VB072 Residenzen

Wo die Royals wohn(t)en

Königliche Burgen, Paläste und Landsitze im Lauf der Jahrhunderte. Was London einem Dänen zu verdanken hat, warum Politiker in Kapellen und Hahnenkampf-Arenen tagen, und wieso die Reformation und Feuer beide gut für den Immobilienmarkt waren. Mit indisch-chinesischen Palästen am Ärmelkanal, Baufinanzierungen durch Heirat und den Wohnsitz-Jahresplan des Monarchen. Und mit der notwendigen Erklärung zu Big Ben.

Wohn- und Regierungssitze der britischen Monarchen seit den Angelsachsen. An Personen werden unter anderem erwähnt die Westsachsen, Knut der Große (Canute the Great), Eduard der Bekenner (Edward the Confessor), die Normannen, Wilhelm der Eroberer (William the Conqueror), Heinrich III., Heinrich VIII., Elisabeth I., James II., Wilhelm III. von Oranien und Mary II., Queen Anne, George I., George II. und seine Frau Caroline von Brandenburg-AnsbachRobert Walpole, George III., George IV., William IV. (also eigentlich alle Hannoverschen, siehe Folge 37), Charles Barry, Queen Victoria und Prinz Albert (siehe Folge 62), Edward VII., George V., Elisabeth II. (siehe Folge 68) und das ganze aktuelle Königshaus (siehe Folge 14), die Familie Spencer-Churchill des Duke of Marlborough inklusive Winston Churchill (siehe Folge 52) und Diana Spencer, William Kissam Vanderbilt und seine Tochter Consuelo, und schließlich James Bond (siehe Folge 69).

An Orten und Institutionen werden unter anderem erwähnt das Römische Reich, Wessex, Winchester (mit der Winchester Cathedral und Winchester Castle), London, die City of London, die City of Westminster, Westminster Abbey, der Tower of London, der Palace of Westminster (inklusive dem Victoria Tower, dem Clock Tower bzw. Elizabeth Tower, der Great Clock of Westminster und Big Ben), das Parlament (siehe Folge 18), Whitehall, der Palace of Whitehall (entstanden aus York Place), 10 Downing Street, St. James’s Palace (entstanden an der Stelle des St. James’s Hospital), das Accession Council, Buckingham Palace (entstanden aus Buckingham House) und die Mall, Windsor Castle, das Pferderennen von Ascot, die Crown Estate, der Palace of Holyroodhouse in Edinburgh (siehe Folgen 3, 35 und 36), Balmoral Castle, Sandringham House, der Brighton Pavilion, Osborne House auf der Isle of Wight, Kensington Palace, Kensington Gardens und Blenheim Palace und schließlich SPECTRE.

Und in eigener Sache: Das Buch Viva Britannia 2. Mehr Wissenswertes von der Insel mit den überarbeiteten Themen des Jahres 2014 ist ab sofort beim jmb-Verlag vorbestellbar.

VB037 Das Haus Hannover

Als deutsche Fürsten auf dem britischen Thron saßen

Zum 300jährigen Jubiläum der Personalunion ein Überblick mit vielen Georgs und einem Wilhelm. Von politischer Benachteiligung von Katholiken, dem Sieg des Bürgertums, vergeblichen Aufständen, sklavischen Spekulationsblasen und störrischen Sterbenden. Als George Washington einen Prinzen entführen wollte, Söhne immer wieder in die Opposition gingen, und ein König Amerika verlor und verrückt wurde. Warum David Cameron königliches Blut in sich trägt und Königin Victoria in Hannover dieses Jahr keine Rolle spielt.

In der letzten Sendung vor der kurzen Sommerpause geht es anlässlich der Niedersächsischen Landesausstellung 2014 “Als die Royals aus Hannover kamen” und dem 300jährigen Jubiläum der Personalunion um das Haus Hannover (ursprünglich Braunschweig-Lüneburg) aus dem Geschlecht der Welfen. Die Zeit der Hannoverschen auf dem englischen Thron ist auch als georgianisches bzw. viktorianisches Zeitalter bekannt. Ein Beispiel für georgianische Architektur ist die Neustadt von Edinburgh (siehe auch Folgen 3, 35 und 36).

Als Königin Anne Stuart 1714 starb, ging die englische Krone gemäß dem Act of Settlement von 1701 auf ihren deutschen Verwandten George I. über (siehe auch Folge 14 zum Königshaus). Unter seiner Herrschaft kam es zum Südseeschwindel und den Aufstieg von Robert Walpole zum First Lord of the Treasury und de facto dem ersten englischen Premierminister.

George II. trat nicht groß in Erscheinung. Die Jakobiten und Bonnie Prince Charlie, der Enkel von James II., versuchten noch ein letztes Mal vergeblich, den Thron für einen katholischen Stuart zurückzuerobern, zogen sich nach der Schlacht bei Culloden aber zurück. An George II. erinnern heute die Georg-August-Universität Göttingen, das Kings’ College (heute Columbia University) in New York und der US-Bundesstaat Georgia. Außerdem schenkte er Walpole 10 Downing Street als Residenz.

Unter George III. schlug England die Franzosen im Siebenjährigen Krieg und Napoleon bei Waterloo, aber der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg nahm ihnen die amerikanischen Kolonien. Der König kaufte Buckingham House als Residenz für seine Frau Charlotte und die 15 Kinder.

George IV. regierte bereits die letzten 10 Lebensjahre seines Vaters als Regent, weil dieser wahnsinnig wurde, dann wurde er selbst König. Er war verschwenderisch, liebte die bürgerliche Katholikin Maria Fitzherbert und verachtete seine Gattin Caroline. Kurz vor seinem Tod gestand er mit dem Catholic Relief Act wenigstens den Katholiken im Reich endlich mehr Rechte zu.

William IV. folgte auf seinen älteren Bruder und herrschte nur sieben Jahre. In seiner Zeit bei der Royal Navy wollte ihn George Washington einmal entführen, aber dazu kam es nicht. Unter seinem Bruder wurde er später Lord High Admiral. Als König unterstütze er stark die erste große Parlamentsreform seit dem 15. Jahrhundert. Privat lebte er 20 Jahre lang mit der Schauspielerin Dorothea Bland (aka Mrs. Jordan) zusammen; einer ihrer Nachfahren ist der aktuelle Premier David Cameron. Später fand er sein Glück mit seiner Frau Adelaide, und er lebte bewusst noch wenigstens so lange, dass er die englische und irische Krone in die Hand seiner Nichte Victoria übergeben konnte. Um die soll es aber ein andermal gehen.