VB062 Königin Victoria

Die Großmutter Europas

Eine Monarchin, ein Zeitalter: Über die Hannoversche Rekordhalterin, fragwürdige Erziehungsmethoden, einen glücklichen Coburger und jahrzehntelange Trauerarbeit. Mit weißen Hochzeitskleidern, bekannten Landsitzen, neuen Museen, faulen Kartoffeln, deutschen Weihnachtsbäumen, fürsorglichen Schwestern und einer großen Familienbande. Und immer wieder Albert.

Endlich der versprochene Abschluss zu Folge 37 zum Haus Hannover: Eine ganze Episode über Königin Victoria. Ihre Jugend war bestimmt vom Kensington Palace, dem Kensington-System ihrer Mutter und Sir John Conroys und von ihren Onkeln George IV., William IV. und Leopold I. von Belgien. Letzterer stellte sie auch ihrem geliebten Albert von Sachsen-Coburg und Gotha vor.

Albert war auch die treibende Kraft hinter der Weltausstellung von 1851 und der Gründung des South Kensington Museums, aus dem später auch das Science Museum hervorging, und das selbst in Victoria & Albert Museum umbenannt wurde. Zu Ehren ihres früh verstorbenen Gatten initiierte Victoria auch das Albert Memorial in Kensington Gardens und die Royal Albert Hall.

Victoria und ihre Familie pendelten zeitlebens zwischen Buckingham Palace, Windsor Castle und den Neuerwerbungen Balmoral Castle in Schottland und Osborne House auf der Isle of Wight. Durch ihr Vorbild machten sie unter anderem weiße Hochzeitskleider, Anästhesie in der Geburtshilfe und Weihnachtsbäume auf der Insel populär.

Politisch war das viktorianische Zeitalter geprägt von Nationalismus, Imperialismus, dem europäischen Revolutionsjahr 1848/49, Hungersnöten wie die ausgelöst von der Kartoffelfäule (die besonders Irland traf), und Auseinandersetzungen wie dem Krim-Krieg, in dessen Verlauf Florence Nightingale der Krankenpflege zu neuem Status verhalf.

Die “Großmutter Europas” blieb politisch eher im Hintergrund, sicherte durch Verheiratung ihrer Kinder und Enkel aber ein Familiennetz zwischen fast allen europäischen Fürstenhäusern. Zu ihren Nachkommen zählen der deutsche Kaiser Wilhelm II., ihr Sohn und Nachfolger Edward VII., aber auch Elizabeth II. und ihr Prinzgemahl Philip. Und um Elizabeth II. geht es dann auch noch einmal im September, wenn sie Victorias Rekord als längste amtierende Monarchin Großbritanniens einstellt (63 Jahre, 217 Tage).

Am Rande: Einen Bericht zu meiner kürzlichen Reise nach Japan gibt es nun als Folge des Urlaubs-Podcasts, und auch im jüngsten Psychotalk widmen wir uns dem Thema “Reisen”.

VB032 William Shakespeare

Das Wesentliche über den Barden vom Avon

Eine Folge nicht über Shakespeare, sondern den Autor gleichen Namens. Von fehlenden Geburten, überstürzten Hochzeiten mit amerikanischen Schauspielerinnen und Beerdigungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zu haltlosen Verschwörungstheorien über Sexualität und Genius und ganz realen Verschwörungen gegen einen König. Von politischer Propaganda, sprachlichem Erbe und einem zeitreisenden Hamlet. Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber Ende gut, alles gut. Der Rest ist Schweigen.

Zu William Shakespeare werden unter anderem erwähnt sein Geburtsort Stratford-upon-Avon, sein Vater John Shakespeare, seine Frau Anne Hathaway (nicht die amerikanische Schauspielerin) und seine Kinder Susanna, Hamnet und Judith.

Zum zeitgenössischen Theaterumfeld fallen die Namen Robert Greene, Christopher Marlowe, die Theatergruppe Lord Chamberlain’s Men (später King’s Men), das Globe Theatre und Richard Burbage.

Im Zusammenhang mit Shakespeares Werk wird der First Folio genannt, seine Sonette sowie die Stücke Richard III. (siehe auch Viva-Britannia-Folge 13), Der Widerspenstigen Zähmung, Viel Lärm um nichts, Ein Sommernachtstraum, Romeo und Julia, Hamlet, König Lear und Macbeth. Seine Verbindungen zu politischer Propaganda drehen sich um die Rosenkriege, die Stuarts, die Tudors, die Herrscher Elizabeth I. und James I. sowie den Anschlagsversuch um Guy Fawkes (siehe auch Folge 11).

Bei den Verschwörungstheorien rund um Shakespeare wird verwiesen auf den Film Anonymous von Roland Emmerich, den Earl of Oxford Edward de Vere, und überhaupt auf Hoaxilla-Folge 64.

Schließlich geht es um die Royal Shakespeare Company (RSC), die Old Thatch Tavern in Stratford, die Schauspieler, Peter O’Toole, Gary Oldman, John Gielgud, Ian McKellen, Vanessa Redgrave, Judie Dench und Helen Mirren sowie die nerdige RSC-Hamlet-Inszenierung mit David Tennant (Doctor Who, siehe auch Folge 21), Patrick Stewart (Jean-Luc Picard in Star Trek: The Next Generation) und Oliver Ford Davies (Sio Bibble in Star Wars).