VB061 Studieren (mit Alexander Trautrims)

Vom Leben an britischen Hochschulen

Wie aus einem Auslandssemester eine britische Akademiker-Karriere wurde: Ein deutscher Dozent in Nottingham berichtet von seinem Weg quer über die Insel, über das Full-Service-Paket für Studenten, das Lehrverständnis der Professoren und seine Rolle als Wohnheimleiter. Von Hochschulrankings, Studiengebühren und Noteninflation - und mit Tipps für einen Studienaufenthalt im Vereinigten Königreich.

Hörer Christian Büttner hat mir Alexander Trautrims als Interviewpartner empfohlen. Alexander hat ursprünglich an der FH Ludwigshafen (heute: Hochschule Ludwigshafen am RheinLogistik studiert. Nach einem Auslandssemester an der Leeds Metropolitan University (heute: Leeds Beckett University) blieb er auf der Insel und machte erst seinen Bachelor. Es folgte ein Master-Studium an der Heriot-Watt University in Edinburgh und schließlich eine Promotion an der University Hull. Hochschuldozent wurde Alexander erst in Hull (das meines Wissens keine gesicherte Kulturhauptstadt Europas ist), und nun arbeitet er an der Nottingham University Business School (die zur Russell Group gehört).

Wir sprechen unter anderem über das “Servicepaket”, das englische Universitäten ihren Studenten bieten, mit teilweise verschulten Programmen, guter Betreuung, einem umfassenden Sozialangebot (insbesondere durch die Students’ Union) inklusive Hochschulsport, und Wohnheimen, in denen selbst Dozenten wie Alexander eine Zusatzaufgabe haben. Es geht um Lehrhochschulen (wie Leeds) vs. Forschungshochschulen (wie Nottingham), die Durchlässigkeit des englischen Systems, einen möglichen Vorteil des deutschen Systems, Credit Points, Auslandssemester, Partnerhochschulen, Austauschprogramme wie Erasmus und Hochschulrankings (wie das der Times Higher Education, des Guardian, oder die QS-Rankings). Natürlich ist auch die Politik der Tories ein Thema, mit Studiengebühren und Studiendarlehen (student loans), der steigenden Anspruchshaltung der Studenten, der Gefahr von Noteninflation und dem Aufkommen von Privathochschulen.

Zum Schluss geht es dann noch um Alexanders Eindrücke vom Arbeitsleben auf der Insel, Unterschiede im Führungsstil und im Umgang von Kollegen miteinander.

VB010 Lernen & Arbeiten

Von Schulwegen, Karrieresprüngen und Harry Potters fehlendem Abitur

Der Ernst des britischen Lebens ist voller Abkürzungen wie GCSE und A-Level. Und seltsamer Noten wie A* und 2.1. Man trifft aber auch "public school boys", die überhaupt keine öffentliche Schule besucht haben. Und häufige Karrierewechsler. Dafür gibt es keine Arbeitszeugnisse, und akademische Titel sind in weiten Teilen gleichgültig. Aber nur so lange bis die Deutschen das E-Mail-System umstellen.

Unter anderem erwähnt werden nurseries und Kindergärten, state schools, comprehensive schools und grammar schools, independent schools inklusive public schools wie Eton und Harrow, das 11+ exam, das Common Entrance (CE) exam, Harry Potter mit seinen O.W.L.s und N.E.W.T.s sowie Schul-Überflieger Hermione Granger, das GCSE, die A-Levels, ICT, undergraduate degrees wie der Bachelor, honour degrees, der Master, Referenzen bei Stellenbewerbungen, Berufsverbände wie das CIPD, Berufsausbildungen im Sinne des Modern Apprenticeships, und die Open University.