VB079 Brexit

Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs

Eine erste Bestandsaufnahme einen Monat nach dem historischen Referendum. Mit über 40 Jahren europäischer Hassliebe, vielen Volksabstimmungen und wiederholten Fehlern. Von ungezügeltem Populismus, überraschenden Abtritten und Neuanfängen, und vielen ungeklärten Fragen. Warten wir es ab!

Die Folge zum “EU-Mitgliedschaftsreferendum im Vereinigten Königreich 2016” startet mit der wechselhaften Geschichte zwischen der Insel und der EU. Erwähnt werden zunächst Winston Churchill (siehe auch Folge 52), der Zweite Weltkrieg, der Commonwealth, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) und die französischen Präsidenten Charles de Gaulle und George Pompidou.

Von den Konservativen werden explizit genannt Edward Heath, Margaret Thatcher, John Major (der 1992 den Vertrag von Maastricht unterzeichnete aber gegen die Währungsunion war) sowie natürlich David Cameron (der erst den Schotten ihr Referendum über die Unabhängigkeit vom Königreich 2014 ermöglichte und dann das jetzige nationale Referendum zum Brexit).

Von Labour werden explizit genannt Jeremy Corbyn (erst als jahrzehntelanger Abgeordneter, dann als Parteivorsitzender), Harold Wilson (der das EWG-Mitgliedschaftsreferendum in Vereinigten Königreich 1975 initiierte), Tony Blair, Gordon Brown (der UK endgültig aus der Währungsunion heraushielt aber 2007 den Vertrag von Lissabon unterzeichnete, der erstmals auch Artikel 50 des EU-Vertrags einführte) und Ed Milliband.

Erwähnt werden auch die UK Independence Party (UKIP) mit Nigel Farage, die Europawahlen, bei denen UKIP Erfolge erzielte, und die Liberaldemokraten, die nach der Unterhauswahl 2010 mit den Konservativen eine Koalition eingingen und bei der Unterhauswahl 2015 abgestraft wurden (siehe auch Folge 60).

Zum eigentlichen Brexit-Wahlkampf geht es dann auch um die Leave– und die Remain-Seite, Boris Johnson, Michael Gove, die Scottish National Party (SNP) sowie tragischerweise Jo Cox, die ehemalige Abgeordnete des Wahlkreises Batley and Spen. Populistische Themen des Wahlkampfs waren unter anderem Immigration und vermeintliches Geld für das Gesundheitssystem (den NHS; siehe auch Folge 31).

Zu den Folgen des Referendums werden erwähnt Theresa May, Andrea Leadsom, David Davis, Handelsabkommen, die Freizügigkeit in der EU, die Grenze zwischen Irland und Nordirland (siehe auch Folge 67), Gibraltar, die Niederlande, Frankreich und natürlich auch England (siehe auch Folge 76) und Wales (siehe auch Folge 30).

Zum Schluss empfehle ich WRINT 565 mit einem Gespräch zwischen Holger Klein und dem Staats- und EU-Rechtler Tobias Kliem. Und ich zitiere Ben Goldacre.

VB076 England

Das größte Land Großbritanniens

Nicht die Insel und nicht der Staat: Das Wichtigste zum Land der Angeln. Von quasi-afrikanischen Fußspuren, norddeutschen Invasoren und französischen Grafen. Wo ein Brummie-Lehrer seine Marke hinterlässt, der grüne König über Kneipen herrscht und ein einziger See eine ganze Seenlandschaft ausmacht. Mit Eiscreme, Käse, Schokolade und vielen Verweisen auf andere Folgen.

Diesmal dreht sich alles um das Land England und nicht um die Insel Großbritannien oder den Staat des Vereinigten Königreichs. Wir setzen damit die Reihe zu den vier Nationen des Königreichs fort, nach Wales (Folge 30) und Nordirland (Folge 67); Schottland wird später nachgereicht.

Geographisch werden die Nordsee und der Ärmelkanal erwähnt, der Golfstrom sowie Scafell Pike im Lake District als der höchste Berg Englands.

In Happisburgh in Norfolk wurden die ältesten menschlichen Fußspuren außerhalb Afrikas entdeckt. In der Steinzeit errichtete die Glockenbecherkultur Steindenkmäler (henges) wie die von Stonehenge und Avebury. Danach kamen die Kelten und schließlich die Römer, von denen u.a. noch der Hadrianswall (als Verteidigung gegen die Pikten) und die Badeanlagen in Bath zeugen. Nach den Römern fielen die Angeln, Sachsen und Jüten auf der Insel ein, und 927 gab es mit Æthelstan den ersten gesamtenglischen König.

Eduard der Bekenner (siehe Folge 72) machte noch statt Winchester London zum englischen Regierungssitz, dann begann mit Wilhelm dem Eroberer das Zeitalter der Normannen auf der Insel. Die ersetzten unter anderem die angelsächsischen Earls durch die neuen Counts (Grafen), die fortan über Counties (Grafschaften) herrschten – vor allem über die 39 traditionellen. Die Namen der Grafschaften gehen meist auf die Angelsachsen zurück (z.B. bei Essex, Wessex, Sussex, Middlesex, Norfolk und Suffolk, Kent und Cornwall), besonders hinsichtlich der häufigen Endung -shire (wie bei Bedfordshire, Lancashire, Shropshire und Yorkshire; siehe auch Folge 46 zum shire reeve bzw. Sheriff). Inzwischen wurden die traditionellen Grafschaften politisch durch administrative counties, ceremonial counties, county boroughs, metropolitan und non-metropolitan counties sowie unitary authorities abgelöst.

Die Normannen hatten auch erheblichen Einfluss auf die englische Sprache (siehe Folge 53), Wirtschaft, Politik (Stichwort Magna Carta) und politische Expansion u.a. nach Wales (siehe Folge 30) und Irland (siehe Folge 67). Die Pest und die Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster (siehe auch Folge 13 zu Richard III.) machten der Bevölkerung zu schaffen, dann kamen die Tudors an die Macht. Heinrich VIII. schuf die anglikanische Kirche, und unter Elisabeth I. wurde England zur Seemacht (siehe Folge 39). Es folgten der Englische Bürgerkrieg, das Große Feuer von London und schließlich die Bildung des Königreichs Großbritannien gemeinsam mit Schottland.

Die Royal Society (siehe Folge 7) und die schottische Aufklärung beförderten die Industrielle Revolution und die Entwicklung von Industriestädten wie Manchester (siehe Folge 59) und Birmingham. Napoleon wurde dank Lord Nelson und dem Duke of Wellington von der Insel ferngehalten. Unter Königin Victoria (siehe Folge 62) erreichte das Britische Weltreich seinen Höhepunkt, bevor es unter den beiden Weltkriegen litt, und die alte Kolonialmacht schließlich dem Commonwealth of Nations Platz machte. Auch im Königreich sind die einzelnen Nationen wieder stärker geworden (siehe Folgen 18 und 60 zur Politik). Wirtschaftlich kennt man heute noch Autos (mit Marken wie Land Rover, Jaguar und Bentley) und Flugzeugmotoren (wie die von Rolls-Royce) als englische Exportschlager.

Nachdem London (Folge 48) und Manchester (Folge 59) schon Thema waren, geht es diesmal um Birmingham in den West Midlands, östlich vom Black Country. Hierher kommen u.a. der Smethwick-Motor – eine alte Dampfmaschine von James Watt -, die Lloyds Bank, die Briefmarke von Rowland Hill und das Zelluloid von Alexander Parkes. Besuchen kann man hier u.a. das Birmingham Science Museum, das Juweliersviertel, das gewaltige Einkaufszentrum Bullring und den Freizeitpark Cadbury World des Schokoladenherstellers Cadbury (der zum Konzern Mondelēz International gehört) in Bournville.

An weiteren netten Gegenden in England werden erwähnt die Grafschaft Cornwall (siehe Folge 41); die Grafschaft Devon mit den Nationalparks Dartmoor und Exmoor, der Hafenstadt Plymouth (siehe Folge 39), der Hauptstadt Exeter und dem nach ihr benannten Erdzeitalter; der Ort Cheddar mit dem gleichnamigen Käse und der Gough’s Cave (siehe Folge 70); der Ort Bath mit seinen römischen Badeanlagen; die Cotswolds als area of outstanding natural beauty zwischen Bath und Stratford-upon-Avon (siehe Folge 32 zu William Shakespeare) mit ihrem Kalkstein aus dem Jura; die Grafschaften Norfolk und Suffolk u.a. mit der königlichen Residenz Sandringham House (siehe Folge 72), den Firmensitzen des Senfherstellers Colman’s und des Brauerei- und Pubgiganten Greene King (vgl. Folge 75) sowie dem Gewässergebiet Broads; der Lake District in Cumbria u.a. mit dem Bassenthwaite Lake, dem Windermere, den 214 von Alfred Wainwright beschriebenen fells, dem Guide to the Lakes von William Wordsworth, den Werken von Percy Shelley, Walter Scott, John Keats, Alfred Tennyson und Beatrix Potter; sowie schließlich die Grafschaft Yorkshire mit York, Sheffield, den Yorkshire Dales, Teilen des Peak Districts, dem Yorkshire Pudding, dem Yorkshire Terrier und den Geschwistern Brontë. Aber für Details zu Yorkshire muss noch einmal eine eigene Folge herhalten.

VB067 (Nord-)Irland

Der lange Konflikt um die grüne Insel

Keine erfreuliche, aber eine hoffentlich lehrreiche Folge zur komplizierten Beziehung zwischen Großbritannien und Irland: Von Besatzungen und Rebellionen, Enteignungen und Guerillakriegen. Wo keiner so recht weiß, wie er das Kind beim Namen nennen soll, wo Misstrauen und Diskriminierung an der Tagesordnung sind, und keine Seite mehr ohne Schuld ist. Mit einem Schimmer Hoffnung und trotz allem einer Reiseempfehlung.

Zum Thema Irland und Nordirland werden immer wieder die klassischen vier (bzw. drei bis sechs) irischen Provinzen Ulster, Munster, Connacht und Leinster genannt, die einmal von Familiendynastien wie den O’Neill, O’Brien oder O’Conor beherrscht wurden. Über den keltischen Provinzkönigen gab es auch eine (größtenteils legendäre) Reihe von  Hochkönigen, die von Tara aus regierten. Die Römer und die Angelsachsen ließen Irland größtenteils links liegen, aber die Wikinger nicht. Sie begründeten unter anderem die Siedlung, die heute Dublin ist. Auch die irische Kirche hatte einen gewissen Einfluss.

Unter Heinrich II. fielen ab 1169 dann die Normannen in Irland ein und begannen 700 Jahre englischer Herrschaft auf der Insel, auch wenn sich diese de facto meist nur auf das Gebiet des Pale beschränkte. Heinrich VIII. schuf 1541 das Königreich Irland und begann die berüchtigten plantations von protestantischen Siedlern auf der Insel.

Mit dem Neunjährigen Krieg (1594-1603) wehrten sich die Iren unter Hugh O’Neill erstmals gegen die englische Herrschaft. Elizabeth I. und Lord Mountjoy schlugen die Rebellion nieder, und nach der Flucht der Grafen (engl. Flight of the Earls) setzte James I. die plantations vor allem in Ulster fort; Derry wurde zu Londonderry und direkt der Krone unterstellt.

1641 kam es zur nächsten irischen Rebellion, die eskalierte und zum ersten Mal Tausende Opfer unter den protestantischen Siedlern forderte (u.a. in Portadown). Sie markiert den Wendepunkt in der Beziehung zwischen katholischen Iren und protestantischen Siedlern.

Im Englischen Bürgerkrieg schlugen sich die katholischen Rebellen Irlands auf die Seite von Charles I. Doch der verlor (auch seinen Kopf), und unter Oliver Cromwell wurde Irland brutal zurück erobert. Die Enteignungen und plantations gingen weiter, vor allem mit Veteranen aus Cromwells New Model Army. Mit Strafgesetzen (penal laws) wurde die katholische Bevölkerung Irlands dauerhaft diskriminiert.

Ab 1791 entwickelte sich aus der Society of United Irishmen eine neue Freiheitsbewegung. Als Gegenbewegung auf protestantischer Seite wurde u.a. der Oranier-Orden gegründet. Viele Strafgesetze wurden abgeschafft, aber dennoch kam es 1798 zu einer neuen Rebellion, die niedergeschlagen wurde. Mit dem Act of Union schaffte man 1801 das Königreich von Irland ab und verleibte die Insel dem “Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland” ein. Der Union Jack ist seitdem um das rote St.-Patrick-Kreuz ergänzt.

Das 19. Jahrhundert in Irland war geprägt von der Katholikenemanzipation, aber auch der Großen Hungersnot infolge der Kartoffelfäule und den Kampf der Irish Land League gegen Großgrundbesitzer wie Charles Cunningham Boycott.

1873 wurde die Home Rule League für ein Recht auf Selbstbestimmung und eine eigenständige irische Regierung innerhalb des Vereinigten Königreiches gegründet, aus der 1882 die Irish Parliamentary Party (IPP) entstand. Gegen den Widerstand der Unionisten in Ulster passierte das Home Rule Bill 1912 das britische Parlament, wurde aber wegen des Ersten Weltkrieges nicht umgesetzt.

Mit dem Ziel einer eigenständigen Republik Irland vor Augen und nach den Geschehnissen des Osteraufstands von 1916, lief die Partei Sinn Féin der IPP 1918 den Rang ab. Sie proklamierte eine irische Republik, berief das Untergrundparlament Dáil ein und machte die paramilitärische (alte) Irish Republican Army (IRA) zur offiziellen Armee Irlands. Es folgten der irische Unabhängigkeitskrieg (1919-1921) und schließlich der Anglo-Irische Vertrag, mit dem 1922 der Irische Freistaat als Dominion begründet wurde, getrennt von Nordirland (6 der 32 counties).

Damit waren die echten irischen Republikaner nicht zufrieden, und es folgte der irische Bürgerkrieg (1922-1923), der erst zur Gründung der Partei Fianna Fáil und 1932 zur Gründung der Republik Irland führte, mit Éamon de Valera als erstem Premierminister.

Der eigentliche Nordirland-Konflikt (engl. the Troubles) entstand aus der fortgesetzten Diskriminierung (meist katholischer) irischer Nationalisten und Republikaner durch (meist protestantische) Unionisten. Gegen die Politik der Ulster Unionist Party (UUP) ging ab den 1960ern die Bürgerrechtsbewegung Northern Ireland Civil Rights Association (NICRA) auf die Straße. Die gewaltsame Gegenwehr der Unionisten, der britischen Armee und der Royal Ulster Constabulary (RUC) lösten eine Gewaltspirale aus, an der maßgeblich paramilitärische Organisationen wie die Ulster Volunteer Force und die Provisional Irish Republican Army (PIRA, Provos) beteiligt waren.

Als Ereignisse werden hier erwähnt der Blutige Sonntag am 30. Januar 1972 in Derry (von 1998-2010 im Saville-Report aufgearbeitet) sowie die Bombenanschläge der IRA auf Margaret Thatcher und die britische Regierung im Grand Hotel in Brighton 1984 und in Manchester 1996.

1998 gipfelte der Friedensprozess im Karfreitagsabkommen, auch unter der Beteiligung von Sinn Féin unter Gerry Adams. Die Paramilitärs wurden daraufhin entwaffnet, die IRA hat sich offiziell 2005 aufgelöst, und Nordirland hat heute in Belfast wieder eine eigene Regionalregierung (neben dem Nordirlandministerium in London), in der Nationalisten wie Unionisten vertreten sind. Die im Laufe des Konflikts errichteten Friedenslinien (engl. peace lines) sollen bis 2023 wieder abgebaut werden.

Die Folge schließt mit einigen grundsätzlichen Reisehinweisen für Nordirland (mit einem Verweis auf Folge 33 zu nordirischen Pfund-Noten), einem persönlichen Hinweis auf mögliche Unregelmäßigkeiten in der Veröffentlichung zukünftiger Viva-Britannia-Folgen, und der Bitte, Hörerfragen für die Patreon-Sonderfolge doch an mail@vivabritannia.de zu schicken.

VB066 Bits & Bobs 6

Was zu den bisherigen Folgen noch zu sagen ist

Hier wird fleißig ergänzt und gelegentlich korrigiert. Mit einer weiteren britischen Nationalsportart, spionierenden Aposteln, randalierenden Politikern und einem treuen schottischen Diener. Wo Quecksilber und Liverpool falsch liegen, Teebeutel noch Pyramiden sein dürfen und Sherlock Holmes bis heute bei Scotland Yard auftaucht. Wie britische Regenten Liedtexte bestimmen, Zählweisen durcheinander bringen und einfach britisch sind. Inklusive Filmtipps.

Ergänzt und korrigiert wir hier jeweils zu den Themen der folgenden Episoden…

VB012 Sport: Darts, Jim Garside, Brian Gamlin, British Darts Organisation (BDO), Professional Darts Corporation (PDC), Weltmeister John Part (Kanada), Tony David (Australien), Raymond van Barneveld (Niederlande) und Phil Taylor (England) – genannt The Power, nach dem Lied von Snap!.

VB051 Zeit: Der Nullmeridian in Greenwich leidet unter Lotabweichung! Hier die Studie im Journal of Geodesy: DOI 10.1007/s00190-015-0844-y.

VB057 Okkultes & VB061 Studieren: Geheimgesellschaften an Universitäten, Cambridge Apostles, George Tomlinson, Alfred Tennyson, Bertrand Russell, James Clerk Maxwell, John Maynard Keynes, Ludwig Wittgenstein, Bloomsbury Group, Spionagering The Cambridge Five, Guy Burgess, Donald MacLean, Kim Philby, Anthony Blunt Bullingdon Club in OxfordDavid Cameron, George Osborne, Boris Johnson, Film The Riot Club nach dem Theaterstück Posh.

VB058 Tee: Teebeutel von PG Tips sind doch mathematische Pyramiden!

VB059 Manchester: Liverpool liegt doch im Westen!

VB062 Königin Victoria: John Brown, Film Her Majesty, Mrs Brown mit Judi Dench und Billy Connolly. Königreich England, Königreich Schottland, Königreich Großbritannien, Act of Union 1707, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland. God Save the Queen / King.

VB063 QI & VB052 Winston Churchill: QI-Folge J04 – Jack and JillJames I. & VI., Elizabeth I., Elizabeth II., Queen Elizabeth 2.

VB064 Scotland Yard: Home Office Large Major Enquiry System (HOLMES 2), Elementary, Fernsehserie Ripper Street.

Am Ende wird noch einmal kurz Svens Patreon-Seite erwähnt sowie andere Mittel und Wege, Lob und Kritik für Viva Britannia los zu werden.

VB055 Bits & Bobs 5

Was zu den bisherigen Folgen noch zu sagen ist

Hier wird fleißig ergänzt und gelegentlich korrigiert. Von seltenen Scheinen und überbewerteten Münzen, zeitlichem Synchronspringen und synchronen Zeitmessern, ganz einfachem und recht unverständlichem Englisch. Wo Brot kurz ist und Kekse verdauungsförderlich, wo Churchills Blut unter den Hammer kommt und Verstorbene in Bahnansagen weiterleben. Mit geschlossenen Bars, beliebten Cafés, hohen Tischen und niedrigen. Und beweisen könnt Ihr mir gar nichts!

Ergänzt und korrigiert wir hier jeweils zu den Themen der folgenden Episoden…

VB026 Maße: 100-Pfund-Noten in Schottland, Nordirland, Jersey und Gibraltar, 1.000-Pfund-Münze zum 60jährigen Thronjubiläum von Königin Elizabeth II.

VB005 Pubs / VB045 Reiseplanung: Trinkgeld (Details siehe hier), service charge, service not included, Zeitzone, Zeitumstellung (in der EU und in den USA).

VB046 Rechtliches: Das schottische Urteil not proven (mit dem berühmten Totschlag des Earls of Strathmore durch James Carnegie of Finhaven).

VB047 Popmusik: Lob für Erik Wenk!

VB048 London: Mind the gap in der Londoner U-Bahn (u.a. mit den Sprechern Peter Lodge und Oswald Laurence), die ehemalige Paramount Cocktailbar im Hochhaus Centre Point, das Regency Café, CAMRA und der Good Beer Guide (auch als App).

VB008 Essen / VB049 Essen 2: High tea, digestives (v.a. von McVitie’s), shortbread (v.a von Walkers).

VB051 Zeit: Die Präzisions-Pendeluhr von William Hamilton Shortt.

VB052 Winston Churchill: Churchills Blut wird versteigert.

VB053 Sprache: Plain English, Sir Ernest Arthur GowersPlain Words, Plain English Campaign (PEC)Cockney, Cockney rhyming slangMy Fair Lady (mit Eliza Doolittle und Professor Higgins), Michael Caine, Gary Oldman, Ben Kingsley, Amy Winehouse, Phil Collins, die Sex Pistols, der Film Lock, Stock & Two Smoking Barrels von Guy Ritchie und die Aussprache von “Southwark”.

Am Ende wird noch einmal kurz Svens Patreon-Seite erwähnt und der jmb-Verlag, wo auch das zweite Viva-Britannia-Buch erscheinen wird.

VB046 Rechtliches

Von Gesetzen, Gerichten und Anwälten

Wir drehen uns in Rechtskreisen: Vom römisch-germanischen zum anglo-amerikanischen. Mit Sheriffs, fahrenden Richtern und teuflischen Tutoren. Über einen Mord in der Kathedrale, einen zahlenlosen König und Casanovas Auszeit in London. Eine Folge voller Advocates, Barristers und Solicitors, mit Civil, Common, Criminal und Statute Law und allem dazwischen. Und die Schotten machen wieder (fast) alles anders.

Bei den allgemeinen juristischen Begriffsklärungen werden erwähnt der germanisch-römische Rechtskreis (civil law), der anglo-amerikanische Rechtskreis (common law), Zivilrecht vs. Strafrecht (civil law vs. criminal law), die Staatsgewalten Gesetzgebung (Legislative) und Rechtsprechung (Judikative), das Präzedenz-Prinzip, Jurys, und die staatliche Gesetzgebung (statute law). An deutschen Vorschriften fallen das Grundgesetz, das Bürgerliche Gesetzbuch und das Strafgesetzbuch.

Zur englischen Rechtsgeschichte geht es zunächst um die Angelsachsen, die shires, shire courts und Sheriffs. Dann kommen die Normannen bzw. die Plantagenets (siehe auch Folge 13) mit Heinrich II. und Heinrich dem Jüngeren sowie Thomas Becket und Papst Alexander III. Unter Johann Ohneland kommt es schließlich zur Magna Carta, bei Heinrich III. zur Gründung des Parlaments und unter Heinrich VIII. zur Rechtseingliederung von Wales (siehe auch Folge 30). Es folgen Bemerkungen zum Rechtssystem in Nordirland und  Schottland (Scots law).

Zu Gerichten werden erwähnt County Courts, Magistrates’ Courts, Crown Courts (wie der Old Bailey, ehemals neben Newgate Prison), der High Court of Justice, der Court of Appeal und der Supreme Court of the United Kingdom. In Schottland gibt es noch die Sheriff Courts, die Justice of Peace Courts, den High Court of Justiciary, den Sheriff Principal, das Outer House und das Inner House of the Court of Session.

Bei den Anwälten werden die Begriffe attorney, proctor, solicitor, barrister und advocate erläutert, sowie die Inns of Court und die Faculty of Advocates, die auch das devilling durchführen. Zum Schluss geht es um die Gerichtskleidung (court dress) samt Perücken und die entsprechende Reform von 2008.

VB031 Gesundheit

Über den National Health Service (NHS)

Wie die Briten ihre Sozialsysteme erst von den Deutschen abschauten und dann doch etwas ganz anderes schufen. Von walisischen Liberalen, reformerischen Linken, revolutionären Konservativen und überparteilichen Wirtschaftswissenschaftlern. Von GPs, A&Es, SHAs, PCTs und der OECD. Warum sich Stephen Hawking vor “death panels” nicht fürchten muss, wie die Briten der Tea Party per Twitter die Meinung sagten, und warum es vielleicht bald eine englische Völkerwanderung nach Schottland gibt.

In dieser Folge zum britischen Gesundheitswesen und den National Health Service (NHS) werden u.a. erwähnt Bismarcks Sozialgesetzgebung, der National Insurance Act 1911, der eine erste Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung einführte, sowie die Rentenversicherung, die progressive Einkommenssteuer und die Erhöhung der Erbschaftssteuer, alles initiiert durch den walisischen Liberalen David Lloyd George. Über den kommen wir dann auch auf den (Zweiten) Burenkrieg, den Vertrag von Versailles und die Autonomie Irlands. Zu Hintergründen der Parteienlandschaft auf der Insel sei Folge 18 empfohlen.

Weiter geht es mit William Beveridge und seinem Report, der die Labour Party 1948 zur Gründung des NHS brachte. In Ergänzung zu den Folgen 6 (Offizielles) und 28 (Einkaufen) wird der Alltag mit dem NHS geschildert, samt Hausarzt / Allgemeinmediziner (general practitioner, GP), Notaufnahme (Accident & Emergency,  A&E) und Rezeptgebühr (in England).

Als der NHS im Zusammenhang mit den Diskussionen um Obamas Gesundheitsreform von der Tea Party verunglimpft wurde, rief das Stephen Hawking, Graham Linehan (Father Ted, IT Crowd – siehe auch Folge 16 zu Fernsehen), die Kampagne #WeLoveTheNHSGordon Brown und Ed Balls auf den Plan.

Zur statistischen Unterfütterung wird auf die OECD-Statistiken zu UK, Deutschland und den USA eingegangen, samt Bruttonationaleinkommen vs. Bruttozialprodukt (a la Geier Sturzflug)

Zum Abschluss geht es um die aktuelle NHS-Reform der konservativen Regierung unter David Cameron in England, bei der u.a. die Strategic Health Authorities (SHAs) und  die Primary Care Trusts (PTCs) abgeschafft wurden.

VB018 Politik

Parlamente, Parteien und Peers

Pünktlich zur Bundestagswahl geht es um das politische System der Insel. Wo König, Adel und Kirche noch immer viel zu sagen haben, aber immer weniger. Wo keine Partei mehr das ist, was sie mal war. Wo wenige Parteien viele Sitze haben, viele Parteien wenige Sitze, und eine gar keine will. Und wo alle Politiker nicht nur zu Wahlen baden gehen und niemand so recht mit Koalitionen umgehen kann.

Unter anderem erwähnt werden zum Thema Politik nicht nur die deutsche Bundestagswahl sondern auch Viva Britannia 014 zum Königshaus, die konstitutionelle Monarchie, Elizabeth II., Premierminister David Cameron, das Parlament, das schottische Parlament, die nordirischen und walisischen Volksvertretungen (assemblies), die devolution, der Einheitsstaat gegenüber dem Bundesstaat (Föderation) und dem Staatenbund (Konföderation), die “Freistaaten” Bayern und Sachsen, der Deutsche Bund, die USA, und das Referendum zur schottischen Unabhängigkeit.

Es geht ferner um das Unterhaus (House of Commons), die Wahlkreise (constituencies), Abgeordnete (Members of Parliament, MPs), relative Mehrheitswahl, Verhältniswahl, und das “Gesetz” von Maurice Duverger. Zum Oberhaus (House of Lords) werden hereditary und life peers erwähnt, sowie die Lords Spiritual. Bei den Parteien werden erwähnt die Tories und die Whigs, die Conservatives, die Liberals und Labour, die Liberal Democrats, die Scottish National Party, Plaid Cymru, die Democratic Unionists, die Social Democratic and Labour Party sowie Sinn Féin. Ach ja, und die Green Party. Die Folge schließt mit den Parteitagen (party conferences) an so illustren Orten wie Blackpool, Brighton, Bournemouth, Glasgow oder Manchester.

VB014 Das Königshaus

Titel, Throne, Temperamente

Ein Blick über den Kreißsaal hinaus: Was geschah seit Richard III.? Warum ist die Königsfamilie nach ihrem Wohnort benannt? Und wie kann Helena Bonham Carter die Mutter von Helen Mirren sein? Eine Folge zu automatischen, geschenkten, wiederkehrenden und ungenannten Titeln. Zur Rekordkönigin. Zum furchtbaren Jahr 1992. Und zur gleichberechtigten Thronfolge, ganz unabhängig vom jüngst geborenen Enkelprinzen.

Unter anderem erwähnt werden VB003 Edinburgh und VB012 Sport, das königliche Baby, die Bill of Rights und der Act of Settlement, die Thronfolge, Elizabeth II., Prinz Philip, die Kinder Charles, Anne, Andrew und Edward, und die Enkel William und Harry.

Bei Titeln geht es um den Prince of Wales, den Earl of Chester, den Duke of Cornwall,  Diana Spencer und Camilla Parker Bowles und den Duke of Cambridge. Im Rückblick erwähnt werden Richard III., die Plantagenets, die Tudors, Henry VII., Elizabeth I., die Stuarts, James VI. and I., Gunpowder Plot mit Guy Fawkes (siehe VB011), die King-James-Bibel, Königin Anne, George I., das Haus Hannover, Königin Victoria, Edward VII., das Haus Sachsen-Coburg und Gotha, das Haus von Belgien, das Haus Windsor, der Ort Windsor und das Schloss Windsor.

Im 20. Jahrhundert geht es um The King’s Speech, George V., Edward VIII., Wallis Simpson und George VI. alias Colin Firth. Dazu passen Helena Bonham Carter, die Queen Mum, Princess Margaret und schließlich Elizabeth II. Hier geht es um den Commonwealth, den Nordirlandkonflikt, den Falklandkrieg und die Kriege im Irak und Afghanistan. Im annus horrabilis geht es um diverse Trennungen, den Brand von Schloss Windsor, Premierminister John Major, den Souvereign Grant und die Sun.

Erwähnt werden weiterhin The Queen von Stephen Frears und mit Oscar-Preisträgerin Helen MirrenThe Audience, Peter Morgan, und die Rolle des Königshauses in der konstitutionellen Monarchie.