VB041 Cornwall

Der warme Zipfel der Insel

Nach Schottland und Wales geht es um die dritte keltische Ecke Großbritanniens. Mit steilen Küsten, deftigen Pasteten, Streichrahm und Liebesschnulzen. Wo es drei Nationalheilige gibt, aber kein Zinn mehr. Wo das bekannteste Amphitheater nicht von den Römern stammt. Hier erfährt man, warum König Artus heimatlos ist, Marconi sich sicher beim ersten Mal verhört hat, und wie sich das ZDF einen Tourismuspreis verdiente.

Dem Thema Cornwall nähern wir uns zunächst über die ehemalige FH Fulda, London, Stonehenge, Wales (siehe Folge 30), Devon, Plymouth (siehe auch Folge 39) sowie die anderen Regionen des West CountriesDorset, Somerset, Gloucestershire, Wiltshire und Bristol.

Geschichtlich relevant sind Megalithkulturen, die Kelten, die Römer, König Artus und sein vermeintlicher Geburtsort Tintagel, die Normannen und Edward III. Religiös wird es mit Nonkonformisten, dem Erzengel Michael, St. Piran und St. Petroc. Wirtschaftlich fallen die Stichworte Zinn (für die Bronze-Herstellung) und Ton (für die Porzellan-Herstellung).

An geographischen Punkten werden erwähnt der South West Coast Path von Minehead nach Poole Harbour, Land’s End, Lizard Point, Bodmin Moor, Penwith, das Tamar-Tal (alles areas of outstanding natural beauty, AONB), die Orte St. Ives, Penzance und Newquay, sowie die markanten Punkte Land’s End und Lizard Point. Zur Halbinsel Lizard lässt sich noch einiges zu Ophiolith sagen, die Entdeckung von Mannakanit bzw. Titan durch William Gregor und die erste transatlantische Funkverbindung durch Guglielmo Marconi (siehe auch Folge 38).

Kulturell geht es um das Kornische, die Anerkennung der Kornen als nationale Minderheit, Bernard Leach, Barbara Hepworth, Piet Mondrian, die Tate St Ives, Virginia Woolf und ihre Romane Jacobs Zimmer und Zum Leuchtturm, D. H. Lawrence, Daphne du Maurier, William Golding,  David Cornwell alias John le Carré, Rosamunde Pilcher und u.a. ihren Bestseller Die Muschelsucher sowie die Buchverfilmungen im ZDF, die Claus Beling des British Tourism Award einbrachte. Weiter geht es mit den Piraten von Penzance von Gilbert & Sullivan, von Sven gesehen im Minack Theatre, gegründet von Rowena Cade; zum Thema Shakespeare sei auf Folge 32 verwiesen.

Zum kulinarischen Abschluss geht es (wie teilweise bereits in Folge 8) um Cider wie Bulmers, Strongbow oder Woodpecker, sowie um Cornish pasties und cream tea mit clotted cream.

P.S.: Hörer Stefan Kirsch war just um das Erscheinen dieser Folge herum in Cornwall im Urlaub. Er hat ein paar Impressionen per Twitter geteilt, unter anderem hier von der Küste und hier von einer Aufführung im Minack Theatre.

VB039 Zur See

Von Freibeutern, der Royal Navy und der East India Company

Die britische Herrschaft über die Weltmeere in Militär und Handel. Von Flugzeugträgern ohne Flugzeuge, königlichen Piraten, vergrabenen und versenkten Schätzen und der Rückkehr eines Pub-Liebhabers. Wo es Spanier nach Schottland verschlägt, Munitionsverpackungen Handelsriesen stürzen, und Meuterer noch nach Jahrhunderten die Sonne nicht über dem Empire untergehen lassen. Ganz ohne Seemannsgarn!

Zum Thema der britischen Marine – der Royal Navy – werden u.a. erwähnt die neuen Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth und HMS Prince of Wales, die Marinewerft Rosyth, Elisabeth II.Heinrich VIII., Elisabeth I., Samuel Pepys (dem wir schon bei Pubs über den Weg gelaufen waren), der Kampf gegen Skorbut (der den Briten den Spitznamen limeys einbrachte und den Deutschen den Spitznamen krauts), die Schlacht von Trafalgar, der Lord High Admiral, der First Sea Lord, den Marinestützpunkt Devonport in Plymouth und das National Maritime Museum in Greenwich, London.

Im Zusammenhang mit Sir Francis Drake geht es um Piraterie (und Freibeuterei), die erste Weltumsegelung eines Engländers und sein Kampf gegen die Spanische Armada von Philip II. an der Seite von Lord Howard of Effingham.

Abseits des offiziellen Militärs streifen wir die Geschichte der britischen East India Company (inklusive den Opiumkriegen und dem indischen Aufstand von 1857) und der niederländischen VOC (aus deren Kolonien später Indonesien hervorging).

Den Abschluss bildet die Analyse von xkcd-Autor Randall Munroe, dass die Sonne bis heute nicht über dem britischen Reich untergeht – dank der Nachkommen der Meuterer von der HMS Bounty auf Pitcairn.

VB037 Das Haus Hannover

Als deutsche Fürsten auf dem britischen Thron saßen

Zum 300jährigen Jubiläum der Personalunion ein Überblick mit vielen Georgs und einem Wilhelm. Von politischer Benachteiligung von Katholiken, dem Sieg des Bürgertums, vergeblichen Aufständen, sklavischen Spekulationsblasen und störrischen Sterbenden. Als George Washington einen Prinzen entführen wollte, Söhne immer wieder in die Opposition gingen, und ein König Amerika verlor und verrückt wurde. Warum David Cameron königliches Blut in sich trägt und Königin Victoria in Hannover dieses Jahr keine Rolle spielt.

In der letzten Sendung vor der kurzen Sommerpause geht es anlässlich der Niedersächsischen Landesausstellung 2014 „Als die Royals aus Hannover kamen“ und dem 300jährigen Jubiläum der Personalunion um das Haus Hannover (ursprünglich Braunschweig-Lüneburg) aus dem Geschlecht der Welfen. Die Zeit der Hannoverschen auf dem englischen Thron ist auch als georgianisches bzw. viktorianisches Zeitalter bekannt. Ein Beispiel für georgianische Architektur ist die Neustadt von Edinburgh (siehe auch Folgen 3, 35 und 36).

Als Königin Anne Stuart 1714 starb, ging die englische Krone gemäß dem Act of Settlement von 1701 auf ihren deutschen Verwandten George I. über (siehe auch Folge 14 zum Königshaus). Unter seiner Herrschaft kam es zum Südseeschwindel und den Aufstieg von Robert Walpole zum First Lord of the Treasury und de facto dem ersten englischen Premierminister.

George II. trat nicht groß in Erscheinung. Die Jakobiten und Bonnie Prince Charlie, der Enkel von James II., versuchten noch ein letztes Mal vergeblich, den Thron für einen katholischen Stuart zurückzuerobern, zogen sich nach der Schlacht bei Culloden aber zurück. An George II. erinnern heute die Georg-August-Universität Göttingen, das Kings‘ College (heute Columbia University) in New York und der US-Bundesstaat Georgia. Außerdem schenkte er Walpole 10 Downing Street als Residenz.

Unter George III. schlug England die Franzosen im Siebenjährigen Krieg und Napoleon bei Waterloo, aber der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg nahm ihnen die amerikanischen Kolonien. Der König kaufte Buckingham House als Residenz für seine Frau Charlotte und die 15 Kinder.

George IV. regierte bereits die letzten 10 Lebensjahre seines Vaters als Regent, weil dieser wahnsinnig wurde, dann wurde er selbst König. Er war verschwenderisch, liebte die bürgerliche Katholikin Maria Fitzherbert und verachtete seine Gattin Caroline. Kurz vor seinem Tod gestand er mit dem Catholic Relief Act wenigstens den Katholiken im Reich endlich mehr Rechte zu.

William IV. folgte auf seinen älteren Bruder und herrschte nur sieben Jahre. In seiner Zeit bei der Royal Navy wollte ihn George Washington einmal entführen, aber dazu kam es nicht. Unter seinem Bruder wurde er später Lord High Admiral. Als König unterstütze er stark die erste große Parlamentsreform seit dem 15. Jahrhundert. Privat lebte er 20 Jahre lang mit der Schauspielerin Dorothea Bland (aka Mrs. Jordan) zusammen; einer ihrer Nachfahren ist der aktuelle Premier David Cameron. Später fand er sein Glück mit seiner Frau Adelaide, und er lebte bewusst noch wenigstens so lange, dass er die englische und irische Krone in die Hand seiner Nichte Victoria übergeben konnte. Um die soll es aber ein andermal gehen.

VB032 William Shakespeare

Das Wesentliche über den Barden vom Avon

Eine Folge nicht über Shakespeare, sondern den Autor gleichen Namens. Von fehlenden Geburten, überstürzten Hochzeiten mit amerikanischen Schauspielerinnen und Beerdigungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zu haltlosen Verschwörungstheorien über Sexualität und Genius und ganz realen Verschwörungen gegen einen König. Von politischer Propaganda, sprachlichem Erbe und einem zeitreisenden Hamlet. Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber Ende gut, alles gut. Der Rest ist Schweigen.

Zu William Shakespeare werden unter anderem erwähnt sein Geburtsort Stratford-upon-Avon, sein Vater John Shakespeare, seine Frau Anne Hathaway (nicht die amerikanische Schauspielerin) und seine Kinder Susanna, Hamnet und Judith.

Zum zeitgenössischen Theaterumfeld fallen die Namen Robert Greene, Christopher Marlowe, die Theatergruppe Lord Chamberlain’s Men (später King’s Men), das Globe Theatre und Richard Burbage.

Im Zusammenhang mit Shakespeares Werk wird der First Folio genannt, seine Sonette sowie die Stücke Richard III. (siehe auch Viva-Britannia-Folge 13), Der Widerspenstigen Zähmung, Viel Lärm um nichts, Ein Sommernachtstraum, Romeo und Julia, Hamlet, König Lear und Macbeth. Seine Verbindungen zu politischer Propaganda drehen sich um die Rosenkriege, die Stuarts, die Tudors, die Herrscher Elizabeth I. und James I. sowie den Anschlagsversuch um Guy Fawkes (siehe auch Folge 11).

Bei den Verschwörungstheorien rund um Shakespeare wird verwiesen auf den Film Anonymous von Roland Emmerich, den Earl of Oxford Edward de Vere, und überhaupt auf Hoaxilla-Folge 64.

Schließlich geht es um die Royal Shakespeare Company (RSC), die Old Thatch Tavern in Stratford, die Schauspieler, Peter O’Toole, Gary Oldman, John Gielgud, Ian McKellen, Vanessa Redgrave, Judie Dench und Helen Mirren sowie die nerdige RSC-Hamlet-Inszenierung mit David Tennant (Doctor Who, siehe auch Folge 21), Patrick Stewart (Jean-Luc Picard in Star Trek: The Next Generation) und Oliver Ford Davies (Sio Bibble in Star Wars).

VB031 Gesundheit

Über den National Health Service (NHS)

Wie die Briten ihre Sozialsysteme erst von den Deutschen abschauten und dann doch etwas ganz anderes schufen. Von walisischen Liberalen, reformerischen Linken, revolutionären Konservativen und überparteilichen Wirtschaftswissenschaftlern. Von GPs, A&Es, SHAs, PCTs und der OECD. Warum sich Stephen Hawking vor “death panels” nicht fürchten muss, wie die Briten der Tea Party per Twitter die Meinung sagten, und warum es vielleicht bald eine englische Völkerwanderung nach Schottland gibt.

In dieser Folge zum britischen Gesundheitswesen und den National Health Service (NHS) werden u.a. erwähnt Bismarcks Sozialgesetzgebung, der National Insurance Act 1911, der eine erste Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung einführte, sowie die Rentenversicherung, die progressive Einkommenssteuer und die Erhöhung der Erbschaftssteuer, alles initiiert durch den walisischen Liberalen David Lloyd George. Über den kommen wir dann auch auf den (Zweiten) Burenkrieg, den Vertrag von Versailles und die Autonomie Irlands. Zu Hintergründen der Parteienlandschaft auf der Insel sei Folge 18 empfohlen.

Weiter geht es mit William Beveridge und seinem Report, der die Labour Party 1948 zur Gründung des NHS brachte. In Ergänzung zu den Folgen 6 (Offizielles) und 28 (Einkaufen) wird der Alltag mit dem NHS geschildert, samt Hausarzt / Allgemeinmediziner (general practitioner, GP), Notaufnahme (Accident & Emergency,  A&E) und Rezeptgebühr (in England).

Als der NHS im Zusammenhang mit den Diskussionen um Obamas Gesundheitsreform von der Tea Party verunglimpft wurde, rief das Stephen Hawking, Graham Linehan (Father Ted, IT Crowd – siehe auch Folge 16 zu Fernsehen), die Kampagne #WeLoveTheNHSGordon Brown und Ed Balls auf den Plan.

Zur statistischen Unterfütterung wird auf die OECD-Statistiken zu UK, Deutschland und den USA eingegangen, samt Bruttonationaleinkommen vs. Bruttozialprodukt (a la Geier Sturzflug)

Zum Abschluss geht es um die aktuelle NHS-Reform der konservativen Regierung unter David Cameron in England, bei der u.a. die Strategic Health Authorities (SHAs) und  die Primary Care Trusts (PTCs) abgeschafft wurden.

VB030 Wales

Das Land der Barden im wilden Westen

Eine keltische Nation in 15 Minuten voll grüner Landschaft, roter Gesinnung und schwarzem Schiefer, wo mit Kohle keine mehr zu machen ist. Von juristischen Vereinigungen, walisischen Prinzen und traditionellen Druiden, die alle keine sind. Über lange Küstenwege und Ortsnamen, über dunkle Nachthimmel und verschneite Berge, über fehlende Vokale und meisterlichen Gesang. Mit Richard Burton, Laura Ashley, Bergponys und Lawrence von Arabien. Croeso!

Zur geographischen Einordnung von Wales werden die englischen Regionen Cornwall, Devon, Somerset, Shropshire und Herefordshire erwähnt, sowie die Städte Bristol, Birmingham, Manchester und Liverpool, und der Fluss Severn.

In Wales selbst geht es um Cardiff, Swansea, Pembrokeshire (mit dem Pembrokeshire Coast National Park, dem Pembrokeshire Coast Path, Robben und Schweinswalen), den Ort Aberystwyth, die Halbinsel Anglesey, den Brecon Beacons National Park (inklusive walisischen Bergponys und „Dark Sky“-Gebiet), den Snowdonia National Park mit dem Berg Snowdon und den Penrhyn Quarry mit seinem Schiefer.

Im Zusammenhang mit den keltischen Nationen erwähnen wir Irland, Schottland, die Bretagne, die Insel Man und wieder Cornwall, und speziell zum Walisischen den längsten Ortsnamen Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch sowie die Provinz Chubut in Argentinien. Zu walisischer Kultur geht es um den Kulturwettbewerb Eisteddfod, Druiden und St. David.

Geschichtlich bedeutend sind die Römer, die Angelsachsen, die Artussage, die Normannen, Robin Hood, der Sieg von Edward I. gegen Llywelyn, die Ernennung von Edwards Sohn zum Prinzen von Wales und der Act of Union unter Heinrich VIII.

An Persönlichkeiten werden weiterhin erwähnt Rosamunde Pilcher, Prinz Charles (aka der Prinz von Wales), Tom Jones, Shirley Bassey, Bonnie Tyler, Duffy, Manic Street Preachers, Stereophonics, Catatonia, Lostprophets, Bullet for My Valentine, Richard Burton, Anthony Hopkins, Michael Sheen, John Rhys-Davies, Catherine Zeta-Jones, Dylan Thomas, Bertrand Russell, George Everest, Laura Ashley, T. E. Lawrence, Alfred Russel Wallace und die Labour Party. Für weiteres zur Politik des Vereinigten Königreiches, die Welsh Assembly und Plaid Cymru sei verwiesen auf die entsprechende Viva-Britannia-Folge 18.

VB028 Einkaufen

Zwischen Sandwich-Theke, Tütengebühr und Hoflieferanten

Eine Folge für den selbstsicheren Einkauf in britischen Supermärkten. Welche Ketten gibt es, und wo bekommt man was? Wie bewegt man sich sicher vom Parkplatz bis zur Kasse, ohne einer britischen Institution auf die Füße zu treten? Von Hypermarkets, Logofarben und Lebensmittelampeln. Von Kooperativen, Partnerschaften und gescheiterten Auslandsgeschäften. Wo vermeintliche Schuhläden Medikamente herstellen, man sein eigener Kassierer ist und Hoflieferanten ein halbes Jahr Urlaub machen. Ten items or less.

Unter anderem werden anfangs wieder erwähnt Ladenöffnungszeiten, der Verkauf von Alkohol und der Kaufrausch am Boxing Day. Im eigentlichen geht es aber um die Supermarktketten Tesco, Sainsbury’s, ASDA, Morrisons und The Co-operative Group. Nebenbei streifen wir die Drogeriekette Boots und das Schmerzmittel Ibuprofen. Nach einem detaillierten Einkauf im Supermarkt geht es schließlich um die Kaufhausketten Marks & Spencer und John Lewis (einschließlich dem Lebensmittelmarkt Waitrose). In dieser Folge erwähnt aber nicht vertieft werden Argos, Waterstones, Harrods und die Maßschneider vom Savile Row.

Wer das 250 Seiten starke Viva-Britannia-Buch vorbestellen möchte, kann das gerne hier tun.

VB026 Maße

Von Miles, Pints, Pounds and Farthings

Welchen alten imperialen Maßeinheiten begegnet man heute noch im Insel-Alltag? Eine Folge voller geschichtlicher Wirrungen und sinkendem Silbergehalt. Wo Karl der Große auf kleine Sterne trifft, Kapitän Nemo mehr weit als tief taucht, die Amerikaner lieber mit Wein als Bier rechnen, und britische Straßenschilder die europäische Psyche verwirren. Ganz ohne ein Quentchen Skrupel.

Zum Thema Kalender werden erwähnt das chinesische Neujahr, wieder einmal das britische Steuerjahr, Mariä Verkündigung (Lady Day) und die drei anderen quarter days Midsommer, Michaelmas und Christmas, der Boxing Day, der julianische und der gregorianische Kalender, sowie das „alte Neujahr“ Hen Galan, das im walisischen Gwaun Valley gefeiert wird.

Bei den Maßen geht es grundsätzlich um die imperial units, die US-customary units und das metrische System, alles im Zusammenhang mit der Französischen Revolution, Napoleon, dem Weights and Measurements Act 1824, der Amerikanischen Unabhängigkeit und natürlich der letztendlichen Metrisierung der Insel.

Zu Längenmaßen werden erwähnt Meterinch (Zoll), foot (Fuß), yard (Schritt), mile (Meile) und league (Leuge), samt einem Ausflug zu Jule Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“. Es geht aber auch um den Straßenverkehr und das Wohnen.

Zu Volumenmaßen werden erwähnt der Liter, die britische (ale) gallon und die amerikanische (wine) gallon (Gallone), pint (Pinte) und fluid ounce (Flüssigunze), sowie ihre Bedeutung im Pub und beim Autofahren.

Zu Gewichten werden erwähnt Kilogrammpound (Pfund) und stone (Stein).

Im Vorübergehen geht es dann noch um chains (Kettenlängen) auf dem Cricket-Feld, hundredweights, pecks und bushels, sowie Apothekermaße wie Quentchen und Skrupel.

Zur britischen Währung werden erwähnt Karl der Große mit seinem System der Libra (Waage, L), dem Solidus (s, /) und Denarius (d), dann König Offa von Mercia mit dem pound sterling, dem shilling und dem penny („star-ling“, sterling). Geschichtlich weiter geht es mit halfpennies und farthings („fourth-lings“) und guineas, einschließlich Isaac Newton als Meister der staatlichen Münze, und wieder einmal einem Verweis auf Neal Stephensons „Barock-Zyklus“. Wir enden mit dem Decimal Day (15. Februar 1971) und dem neuen Design der Pfund-Sterling-Münzen 2008.

Am Ende noch ein wenig Hausmeisterei: Erwähnt werden die Neuveröffentlichung der alten Folgen mit besserer Tonqualität und Kapitelmarken, die breitere Social-Media-Aktivität von Viva Britannia, und natürlich das kommende Viva-Britannia-Buch mit der Möglichkeit zur Vorbestellung.

VB024 Weihnachten

Womit der Brite den Dezember verbringt

Typische Bräuche und Begriffe zur Insel-Weihnacht. Von Crackers und Carols, Puddings und Pies, Panto und Rebhühnern in Birnbäumen. Warum der Boxing Day die Ladenbesitzer freut, viele Sportler in Spannung versetzt und die Füchse kalt lassen sollte. Season greetings, you all!

Zum Thema Weihnachten werden anderem erwähnt Christmas crackers (Knall-Bonbons), Christmas Pudding (auch als plum pudding bekannt), mince pies, die Zwölf Weihnachtstage – sowohl das Fest als auch das Weihnachtslied (carol), u.a. von Frederic Austin -, Christmas Day (25. Dezember) und Boxing Day (26. Dezember), die Wintersonnenwende, Nine Lessons and Carols (vor allem am King’s College Cambridge), Nine Lessons and Carols for Godless People (von Robin Ince und u.a. mit Brian Cox, Richard Dawkins, Simon Singh, Tim Harford, Ben Goldacre, Shappi Khorsandi, Richard Herring, Helen Keen, Stewart Lee und Alan Moore), die Weihnachtsvorlesung der Royal Institution (wie in Folge 7 geschildert begründet von Michael Faraday und u.a. gehalten von Mark Miodownik, Bruce Hood und Alison Woollard), Pantomime (panto vs. mime), Commedia dell’arte, Aschenputtel, Aladin, Hans und die Bohnenranke, innuendo, Folge 19 zu britischem Humor, Benny Hill, Monty Python, die Rocky Horror Show, der Commonwealth, Christmas boxes, der Black Friday nach Thanksgiving, Treibjagden, und schließlich Hogmanay.

VB022 Computerpioniere

Von Rechenmaschinen, Codes und Spielefürsten

Was haben die Briten je für uns getan? Geschichten über programmierende Dichtertöchter, geheime Genies und schottische Autodiebe. Von theoretischen Maschinen und echten Computerrivalen. Und warum Sven mit Konrad Zuse buddelte, Sir Alan seinen ersten Rechner verdankt und einem amerikanischen Lord viele vergnügliche Stunden.

Unter anderem erwähnt werden Lord Byron (siehe Folge 20), seine Tochter Ada Lovelace, ihr gemeinsames Grab in Hucknall, der ehemalige Byronsche Landsitz Newstead Abbey bei Nottingham, Charles Babbage, seine difference engine und seine analytical engine. Bei einem kleinen Sprung nach Deutschlang geht es um Konrad Zuse und die Z3, seine letzten Lebensjahre in Hünfeld und unsere gemeinsame Hügelgräber-Suchen in der Rhön.

Zu Alan Turing geht es seine Zeit im britischen Dechiffrierdienst in Bletchley Park (heute in Milton Keynes und Ort des National Museum of Computing), seine Arbeit an der Entschlüsselung der deutschen Enigma und dem Manchester-Computer und den Turing-Award. Als passende Lektüre empfehle ich Cryptonomicon von Neil Stephenson und The Code Book (deutsch: Geheime Botschaften) von Simon Singh.

Bei Heimcomputern erwähne ich den Commodore 64, die ITV-Sendung The Mighty Micro, die BBC-Sendung The Computer Programme, den BBC Micro – hergestellt von Acorn, die auch die ARM-Prozessorarchitektur entwickelten. Dann geht es um den Sinclair ZX 80 und ZX Spectrum von Clive Sinclair, und den CPC464 von Amstrad bzw. Schneider. Ein Exkurs führt uns zu The Apprentice mit Donald Trump bzw. Sir Alan Sugar – in Deutschland Big Boss mit Reiner Calmund.

Tim Berners-Lee gibt mir Gelegenheit, zwischen Internet und TCP/IP und World Wide Web und HTTP zu unterscheiden. Dabei fallen das CERN, das MIT, das World Wide Web Consortium (W3C) und die Olympischen Sommerspiele 2012.

Apropos Spiele: „Lord British“ Richard Garriott war für Ultima und Ultima Online verantwortlich, eines der ersten MMORPGs. Den passenden Abschluss bilden Grand Theft Auto und Lemmings von ehemals DMA Design, heute Rockstar North in Edinburgh.