VB076 England

Das größte Land Großbritanniens

Nicht die Insel und nicht der Staat: Das Wichtigste zum Land der Angeln. Von quasi-afrikanischen Fußspuren, norddeutschen Invasoren und französischen Grafen. Wo ein Brummie-Lehrer seine Marke hinterlässt, der grüne König über Kneipen herrscht und ein einziger See eine ganze Seenlandschaft ausmacht. Mit Eiscreme, Käse, Schokolade und vielen Verweisen auf andere Folgen.

Diesmal dreht sich alles um das Land England und nicht um die Insel Großbritannien oder den Staat des Vereinigten Königreichs. Wir setzen damit die Reihe zu den vier Nationen des Königreichs fort, nach Wales (Folge 30) und Nordirland (Folge 67); Schottland wird später nachgereicht.

Geographisch werden die Nordsee und der Ärmelkanal erwähnt, der Golfstrom sowie Scafell Pike im Lake District als der höchste Berg Englands.

In Happisburgh in Norfolk wurden die ältesten menschlichen Fußspuren außerhalb Afrikas entdeckt. In der Steinzeit errichtete die Glockenbecherkultur Steindenkmäler (henges) wie die von Stonehenge und Avebury. Danach kamen die Kelten und schließlich die Römer, von denen u.a. noch der Hadrianswall (als Verteidigung gegen die Pikten) und die Badeanlagen in Bath zeugen. Nach den Römern fielen die Angeln, Sachsen und Jüten auf der Insel ein, und 927 gab es mit Æthelstan den ersten gesamtenglischen König.

Eduard der Bekenner (siehe Folge 72) machte noch statt Winchester London zum englischen Regierungssitz, dann begann mit Wilhelm dem Eroberer das Zeitalter der Normannen auf der Insel. Die ersetzten unter anderem die angelsächsischen Earls durch die neuen Counts (Grafen), die fortan über Counties (Grafschaften) herrschten – vor allem über die 39 traditionellen. Die Namen der Grafschaften gehen meist auf die Angelsachsen zurück (z.B. bei Essex, Wessex, Sussex, Middlesex, Norfolk und Suffolk, Kent und Cornwall), besonders hinsichtlich der häufigen Endung -shire (wie bei Bedfordshire, Lancashire, Shropshire und Yorkshire; siehe auch Folge 46 zum shire reeve bzw. Sheriff). Inzwischen wurden die traditionellen Grafschaften politisch durch administrative counties, ceremonial counties, county boroughs, metropolitan und non-metropolitan counties sowie unitary authorities abgelöst.

Die Normannen hatten auch erheblichen Einfluss auf die englische Sprache (siehe Folge 53), Wirtschaft, Politik (Stichwort Magna Carta) und politische Expansion u.a. nach Wales (siehe Folge 30) und Irland (siehe Folge 67). Die Pest und die Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster (siehe auch Folge 13 zu Richard III.) machten der Bevölkerung zu schaffen, dann kamen die Tudors an die Macht. Heinrich VIII. schuf die anglikanische Kirche, und unter Elisabeth I. wurde England zur Seemacht (siehe Folge 39). Es folgten der Englische Bürgerkrieg, das Große Feuer von London und schließlich die Bildung des Königreichs Großbritannien gemeinsam mit Schottland.

Die Royal Society (siehe Folge 7) und die schottische Aufklärung beförderten die Industrielle Revolution und die Entwicklung von Industriestädten wie Manchester (siehe Folge 59) und Birmingham. Napoleon wurde dank Lord Nelson und dem Duke of Wellington von der Insel ferngehalten. Unter Königin Victoria (siehe Folge 62) erreichte das Britische Weltreich seinen Höhepunkt, bevor es unter den beiden Weltkriegen litt, und die alte Kolonialmacht schließlich dem Commonwealth of Nations Platz machte. Auch im Königreich sind die einzelnen Nationen wieder stärker geworden (siehe Folgen 18 und 60 zur Politik). Wirtschaftlich kennt man heute noch Autos (mit Marken wie Land Rover, Jaguar und Bentley) und Flugzeugmotoren (wie die von Rolls-Royce) als englische Exportschlager.

Nachdem London (Folge 48) und Manchester (Folge 59) schon Thema waren, geht es diesmal um Birmingham in den West Midlands, östlich vom Black Country. Hierher kommen u.a. der Smethwick-Motor – eine alte Dampfmaschine von James Watt -, die Lloyds Bank, die Briefmarke von Rowland Hill und das Zelluloid von Alexander Parkes. Besuchen kann man hier u.a. das Birmingham Science Museum, das Juweliersviertel, das gewaltige Einkaufszentrum Bullring und den Freizeitpark Cadbury World des Schokoladenherstellers Cadbury (der zum Konzern Mondelēz International gehört) in Bournville.

An weiteren netten Gegenden in England werden erwähnt die Grafschaft Cornwall (siehe Folge 41); die Grafschaft Devon mit den Nationalparks Dartmoor und Exmoor, der Hafenstadt Plymouth (siehe Folge 39), der Hauptstadt Exeter und dem nach ihr benannten Erdzeitalter; der Ort Cheddar mit dem gleichnamigen Käse und der Gough’s Cave (siehe Folge 70); der Ort Bath mit seinen römischen Badeanlagen; die Cotswolds als area of outstanding natural beauty zwischen Bath und Stratford-upon-Avon (siehe Folge 32 zu William Shakespeare) mit ihrem Kalkstein aus dem Jura; die Grafschaften Norfolk und Suffolk u.a. mit der königlichen Residenz Sandringham House (siehe Folge 72), den Firmensitzen des Senfherstellers Colman’s und des Brauerei- und Pubgiganten Greene King (vgl. Folge 75) sowie dem Gewässergebiet Broads; der Lake District in Cumbria u.a. mit dem Bassenthwaite Lake, dem Windermere, den 214 von Alfred Wainwright beschriebenen fells, dem Guide to the Lakes von William Wordsworth, den Werken von Percy Shelley, Walter Scott, John Keats, Alfred Tennyson und Beatrix Potter; sowie schließlich die Grafschaft Yorkshire mit York, Sheffield, den Yorkshire Dales, Teilen des Peak Districts, dem Yorkshire Pudding, dem Yorkshire Terrier und den Geschwistern Brontë. Aber für Details zu Yorkshire muss noch einmal eine eigene Folge herhalten.

VB072 Residenzen

Wo die Royals wohn(t)en

Königliche Burgen, Paläste und Landsitze im Lauf der Jahrhunderte. Was London einem Dänen zu verdanken hat, warum Politiker in Kapellen und Hahnenkampf-Arenen tagen, und wieso die Reformation und Feuer beide gut für den Immobilienmarkt waren. Mit indisch-chinesischen Palästen am Ärmelkanal, Baufinanzierungen durch Heirat und den Wohnsitz-Jahresplan des Monarchen. Und mit der notwendigen Erklärung zu Big Ben.

Wohn- und Regierungssitze der britischen Monarchen seit den Angelsachsen. An Personen werden unter anderem erwähnt die Westsachsen, Knut der Große (Canute the Great), Eduard der Bekenner (Edward the Confessor), die Normannen, Wilhelm der Eroberer (William the Conqueror), Heinrich III., Heinrich VIII., Elisabeth I., James II., Wilhelm III. von Oranien und Mary II., Queen Anne, George I., George II. und seine Frau Caroline von Brandenburg-AnsbachRobert Walpole, George III., George IV., William IV. (also eigentlich alle Hannoverschen, siehe Folge 37), Charles Barry, Queen Victoria und Prinz Albert (siehe Folge 62), Edward VII., George V., Elisabeth II. (siehe Folge 68) und das ganze aktuelle Königshaus (siehe Folge 14), die Familie Spencer-Churchill des Duke of Marlborough inklusive Winston Churchill (siehe Folge 52) und Diana Spencer, William Kissam Vanderbilt und seine Tochter Consuelo, und schließlich James Bond (siehe Folge 69).

An Orten und Institutionen werden unter anderem erwähnt das Römische Reich, Wessex, Winchester (mit der Winchester Cathedral und Winchester Castle), London, die City of London, die City of Westminster, Westminster Abbey, der Tower of London, der Palace of Westminster (inklusive dem Victoria Tower, dem Clock Tower bzw. Elizabeth Tower, der Great Clock of Westminster und Big Ben), das Parlament (siehe Folge 18), Whitehall, der Palace of Whitehall (entstanden aus York Place), 10 Downing Street, St. James’s Palace (entstanden an der Stelle des St. James’s Hospital), das Accession Council, Buckingham Palace (entstanden aus Buckingham House) und die Mall, Windsor Castle, das Pferderennen von Ascot, die Crown Estate, der Palace of Holyroodhouse in Edinburgh (siehe Folgen 3, 35 und 36), Balmoral Castle, Sandringham House, der Brighton Pavilion, Osborne House auf der Isle of Wight, Kensington Palace, Kensington Gardens und Blenheim Palace und schließlich SPECTRE.

Und in eigener Sache: Das Buch Viva Britannia 2. Mehr Wissenswertes von der Insel mit den überarbeiteten Themen des Jahres 2014 ist ab sofort beim jmb-Verlag vorbestellbar.

VB069 James Bond & Co.

Im Geheimdienst Ihrer Majestät

Über echte und fiktive Spione: Von Königin Elisabeths “spymaster” über die Gründung der britischen Geheimdienste bis hin zum bekanntesten britischen Agenten. Mit Kürzeln, Chiffren und Komplotten, einmaligen Einsätzen, Doppelagenten und dreifachen Romanverfilmungen. Was goldene Augen mit Spanien und Jamaika zu tun haben, wie nah James Bond der Wirklichkeit von Ian Fleming kommt, und warum Bloody Mary wichtiger ist als Martini.

Eine ganze Folge über britische Geheimdienste.

Angefangen wird mit Francis Walsingham, dem obersten Sekretär und spymaster von Elisabeth I. Im Zusammenhang mit seinem Leben und Wirken werden erwähnt Heinrich VIII., Mary I. von England (Bloody Mary), Mary I. von Schottland (Maria Stuart, vgl. auch das gleichnamige Drama von Friedrich Schiller), das Privy Council, die Hugenotten und das Massaker in der Bartholomäusnacht, aber auch die Suche nach der Nordwestpassage durch Martin Frobisher, die Reisen von Sir Francis Drake und der Kampf gegen die Spanische Armada (vgl. Folge 39).

Nach diversen militärischen Geheimdiensten wurde mit dem Secret Service Bureau 1909 der erste behördliche Geheimdienst der Insel begründet; Gründe hierfür waren die Erfahrungen der Briten im Burenkrieg und die Angst vor deutschen Spionen. Aus dem Secret Service Bureau entstanden der Inlandsgeheimdienst MI5 (Security Service) und der Auslandsgeheimdienst MI6 (Secret Intelligence Service). Sie sind in Deutschland vergleichbar mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und dem Bundesnachrichtendienst (BND); daneben gibt es auf Bundesebene noch den Militärischen Abschirmdienst (MAD) bei der Bundeswehr.

Erster Leiter des MI5 war Vernon Kell. Dank Winston Churchill (vgl. Folge 52) wurde er bald von der Metropolitan Police (vgl. Folge 64) unterstützt und konnte sich auf Home Office Warrants (HOWs) stützen. Ab dem Zweiten Weltkrieg wurde zunehmend mit Doppelagenten gearbeitet. Die heutige Arbeit des MI5 wird in der TV-Serie Spooks fiktionalisiert.

Erster Leiter des MI6 war George Mansfield Smith-Cumming. Nach seinem Kürzel heißen noch heute alle MI6-Leiter intern “C”. Hieraus machte Ian Fleming bei James Bond “M” alias Miles Messervy bzw. Olivia Mansfield (im Fall von Judi Dench). Cumming positionierte Agenten in britischen Botschaften im Ausland, um diplomatische Immunität zu gewährleisten. Eine Spezialeinheit des MI6 ging im Zweiten Weltkrieg in der Special Operations Executive (SOE) auf. Außerdem bestanden Verbindungen zum ULTRA-Programm der Codebrecher in Bletchley Park (vgl. Folge 22). Im Kalten Krieg lieferten sich die Geheimdienste vor allem einen Wettlauf mit dem Warschauer Pakt. Doppelagenten wie die Cambridge Five um Kim Philby (vgl. Folge 66) wurden u.a. von John le Carré in seinem George-Smiley-Roman Tinker, Taylor, Soldier, Spy verewigt; das Buch wurde sowohl mit Alec Guiness als auch Gary Oldman verfilmt. Die aktuelle Zentrale des MI6 steht am Vauxhall Cross in London.

Ian Fleming, der Schöpfer von James Bond, besuchte unter anderem die Eliteschule Eton und die Militärakademie Sandhurst und arbeitete für den Nachrichtendienst Reuters. Dann wurde er überraschend Assistent von John Godfrey, dem Direktor des Naval Intelligence Department (NID). Hier entwarf er die Pläne für den späteren US-Geheimdienst CIA, war für die Operation Goldeneye verantwortlich und gründete die 30 Assault Unit (später T-Force). Flemings Kriegszeit ist in der Serie Fleming: The Man Who Would be Bond dargestellt, mit Dominic Cooper (aka Howard Stark bei Marvel) in der Hauptrolle. Nach dem Krieg arbeitete Fleming für die Sunday Times, zeitweise von seinem Anwesen auf Jamaika. Neben vielen Liebschaften heiratete er 1952 Ann Charteris. Im gleichen Jahr schrieb er den ersten Bond-Roman Casino Royale. Richtig erfolgreich wurde er, als sich John F. Kennedy als Fan von From Russia with Love outete. Neben zwei Sachbüchern schrieb er auch noch ein einziges Kinderbuch, Chitty-Chitty-Bang-BangHeute ist unter anderem ein internationaler Flughafen auf Jamaika nach ihm benannt.

Neben ihm selbst ist Flemings Bruder Peter Fleming mit ein Vorbild für den Geheimagenten. Den Namen übernahm Fleming von einem bekannten Vogelkundler, der Bösewicht Auric Goldfinger ist nach dem Architekten Ernő Goldfinger benannt, und Scaramanga war der Name eines Jungen aus Flemings Schulzeit in Eton.

Die Filmrechte an James Bond kauften Harry Saltzman und Albert Broccoli, die eigens die Firma Eon Productions gründeten. 1952 kam der erste Bond-Film Dr. No heraus, mit Sean Connery in der Hauptrolle. Als Darsteller folgten George Lazenby (nur in On Her Majesty’s Secret Service), Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan und Daniel Craig (zuletzt in Skyfall und demnächst in Spectre). Casino Royale wurde insgesamt drei Mal verfilmt: 1954 als US-Fernsehfilm mit Barry Nelson, 1967 als Parodie mit David Niven und schließlich 2006 offiziell mit Daniel Craig. Durch einen Rechtestreit wurde Thunderball zwei Mal mit Sean Connery verfilmt: Offiziell 1965 und als Remake 1983 von Kevin McClory unter dem Titel Never Say Never Again.

VB059 Manchester (vor Ort)

Die erste Industriestadt der Welt

Mancs everywhere: Wie ein römisches Fort zur Wiege der Industriellen Revolution wurde. Von Briganten, Baumwolle und Bibliotheken. Wo Marx und Engels aus ihren Erfahrungen Kapital schlugen, Züge erstmals fahrplanmäßig verkehrten, und sich viele Nobelpreise um einen gemeinsamen Kern drehten. Mit vielen Museen, ganz wenig Fußball und nur einer künstlichen Befruchtung. QED.

Zu Beginn wird aus aktuellem Anlass noch einmal das Regency Café in London aus Folge 55 erwähnt.

Zum Thema Manchester beginnen wir mit der geographischen Lage in Nordengland, nördlich des Flusses Trent und von Wales (siehe Folge 30) und den Midlands. Erwähnt werden die M62 von Liverpool an der Mündung des Flusses Mersey in die Irische See über Manchester und Leeds nach Hull, sowie Sheffield.

Zur Geschichte der Stadt geht es erst um Briganten, Römer und die Überreste ihres Forts im Stadtteil Castlefield. Natürlich kommen auch wieder die Sachsen, die Normannen und das Altenglische (siehe Folge 53) vor. Im 14. Jahrhundert kommen dann die Weber aus Flandern, die Manchesters Textilindustrie begründen. 1421 begründet Thomas de la Warre die Gebäude, die heute die Manchester Cathedral, die Chetham’s School of Music und die Chetham’s Library beherbergen, letztere dank der Stiftung von Humphrey Chetham.

Zum Thema Industrie und Industrielle Revolution kommt Baumwolle ins Spiel, der Bridgewater Canal, die Liverpool and Manchester Railway, der Manchester Ship Canal und schließlich das Industriegebiet Trafford Park. Hier stellte Metropolitan-Vickers im Zweiten Weltkrieg auch Manchester- und Lancaster-Bomber her, angetrieben von Rolls-Royce-Motoren der Ford-Werke. Es machte Manchester aber auch zum Ziel des Manchester Blitz zu Weihnachten 1940. Neben dem allgemeinen Niedergang der Textil- und Schwerindustrie machte die Wirtschaftspolitik von Margaret Thatcher Manchester zu schaffen.

Zur Wirtschaftsgeschichte hat Manchester den Manchester-Liberalismus beigetragen, die Inspiration für Friedrich Engels “Die Lage der arbeitenden Klasse in England”, einen der Arbeitsorte von Engels und Karl Marx für Das kommunistische Manifest, und es ist einer der Geburtsorte der britischen Gewerkschaften, der Frauenrechtsbewegung und der linksgerichteten britischen Parteien. Hieran war mit die Position Manchesters im Englischen Bürgerkrieg schuld, nach dem die Bewohner der Stadt 200 Jahre lang ohne politische Vertretung im Parlament dastanden.

Im Zusammenhang mit Wissenschaft und Technik und der Universität Manchester werden erwähnt John Dalton und seine Atomtheorie, die “nuclear family“, die mit dem Nobelpreisträger Joseph John Thomson (Entdecker des Elektrons, Erfinder des Massenspektrometers) begann, und die unter anderem Ernest Rutherford (Entdecker des Protons, erste Kernspaltung), Niels Bohr, Hans Geiger (Geigerzähler), Ernest Marsden, John Cockcroft, James Chadwick (Entdecker des Neutrons) und George Paget Thomson umfasste. Weiterhin fallen Bernard Lovell (Vater der Radioastronomie), George E. Davies (Begründer des Chemieingenieurwesens), Alan Turing (Mitarbeiter an den Manchester-Computern mit integriertem Speicher, siehe auch Folge 22), das erste Baby, das mit künstlicher Befruchtung auf die Welt kam, sowie Andre Geim und Konstantin Novoselov (Erfinder des Graphens).

Als praktische Reisetipps werden erwähnt der Flughafen Manchester, das Metroshuttle, die John Rylands Library, das Museum of Science and Industry (MOSI), das People’s History Museum, das Manchester Museum (nicht vergleichbar mit dem Londoner National History Museum), das Imperial War Museum North, das National Football Museum und natürlich die Fußballclubs Manchester City (mit dem Etihad Stadium bzw. City of Manchester Stadium) und Manchester United (mit dem Old Trafford Stadium).

An kulinarischen Empfehlungen gibt es das Pie & Ale im Northern Quarter und Try Thai in Chinatown.

Zur Konferenz QED fallen viele Hinweise zu Folge 34, wie die Merseyside Skeptics Society, der Kampf Simon Singhs gegen den Britischen Chiropraktikerverband und die Aktion 10:23 gegen Homöopathie. Bei der diesjährigen Veranstaltung traten u.a. auf Richard Wiseman, Ryan Bell und A. C. Grayling, und natürlich wurden auch wieder die Ockham Awards verliehen. Die nächste, sechste QED-Konferenz soll im Oktober 2016 stattfinden.

Zum Abschluss wird die Geburt Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Charlotte Elizabeth Diana of Cambridge erwähnt, sowie die Unterhauswahlen am 7. Mai, über deren Ausgang Haris Trgo ab 22 Uhr deutscher Zeit live im Nous Club seine “UK Election Night Passion” streamt.

Die nächste Folge von Viva Britannia erscheint urlaubsbedingt erst in am 31. Mai.

VB058 Tee

Das liebste Getränk (nicht nur) der Briten

Tee, Earl Grey, heiß. Wie das bittere Kraut der Chinesen auf die Insel kam und nebenbei für mehrere Kriege sorgte. Von portugiesischen Prinzessinnen, falschen Indianern, amtlichen Drogenschmugglern und amerikanischen Frühstückstees. Wo statt Eulen nach Athen Tee nach Indien gebracht wird, Pyramiden in Tassen landen, Peter Sellers sich zum Affen macht, und man sich immer wieder über Milch streitet. Und dazwischen immer wieder Steuern, Steuern, Steuern.

Zum Thema Tee geht es zunächst grundsätzlich um die Teepflanze (camellia sinensis) selbst, um die frühe Geschichte des Getränks in China und seinen Weg über Portugal auf die Insel im 16. Jahrhundert. Hierbei fallen die Namen von König Charles II., seiner Gattin Katharina von Braganza und unserem alten Bekannten Samuel Pepys (siehe insbesondere Folge 39). Die East India Company (siehe ebenfalls Folge 39) spielt auch wieder eine gewichtige Rolle.

Der älteste “tea room” der Insel ist Twinings of London, 1706 gegründet von Thomas Twining in 216 Strand, London. Heute gehört diese älteste Marke der Insel zu Associated British Foods.

Die 1767 von Charles Townshend unter anderem für Tee eingeführten Sonderabgaben sorgten für Unmut in den britischen Kolonien und führten unter anderem im Massaker von Boston 1770. Es folgten der Tea Act von 1773 unter Premierminister Frederick North, die “Boston Tea Party” mit dem unnachgiebigen Gouverneur Thomas Hutchinson und schließlich der amerikanische Unabhängigkeitskrieg und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung.

Ein paar Jahrzehnte später kam es wegen Tees auf der anderen Seite der Welt zu den Opiumkriegen und der Entwicklung des Tee-Anbaus in Indien. Dort entdeckte man den Assam-Tee, und am 10. Januar 1839 wurde der erste aus Indien eingeführte Tee in London versteigert. An der Ansiedlung chinesischer Teepflanzen in Darjeeling waren unter anderem der Sanatoriumsleiter Dr. A. Campbell und der Botaniker Robert Fortune beteiligt.

Bei der Verarbeitung von Tee sprechen wir über Koffein, flushs (Blühvorgänge) und tips (Spitzen), womit vor allem die Knospe und die beiden obersten Blätter (two leaves and the bud) gemeint sind. Durch unterschiedliche Beeinflussung der Oxidation – also dem enzymatischen Abbau von Chlorophyll und der Abgabe von Tanninen – entstehen verschiedene Teesorten wie weißer Tee, grüner Tee, Oolong oder Schwarztee. Aromatisiert werden Tees zum Beispiel mit Jasminblüten oder mit Öl aus der Schale der Bergamotte, was den bekannten Earl Grey ergibt, der aber nur der Legende nach etwas mit Premierminister Charles Grey zu tun hat.

Die einzige Tee-Plantage in Großbritannien ist das Tregothnan-Anwesen in Cornwall (siehe auch Folge 41).

Zum Genuss von Tee geht es dann noch um die amerikanische Erfindung des Teebeutels und des “English Breakfast Teas“, um den Ostfriesentee, um “Bauarbeitertee” (builder’s tea; siehe auch das Londoner Regency Café aus Folge 55) und die Verwendung von Milch mit Tee im allgemeinen.

Die bekannteste Tee-Marke der Insel ist PG Tips aus Manchester. Bekannt geworden ist sie unter anderem durch Tetraeder-Teebeutel (pyramid bags), die “Tipps-Familie” mit Schimpansen (inkl. Peter Sellers), die “T-Birds” von den Aardman Animations (die auch “Wallace & Gromit” und “Shaun das Schaf” erfanden), sowie den Komiker Johnny Vegas und “Monkey“.

Für weitere Informationen zur Geschichte indischen Tees sei auf das WDR5-Zeitzeichen vom 10. Januar 2014 von Martina Meissner verwiesen.

VB057 Okkultes

Altes Wissen, geheime Bruderschaften und echte Magier

Von Pythagoras bis Aleister Crowley: Eine kurze Geschichte neuplatonischer Bewegungen. Mit Katharern, Templern, Freimaurern und Rosenkreuzern. Über frühe Gewerkschaften, erfundene Kulte, kopierte Riten und vermeintliche Spione. Wo der Hofastrologe mit dem ohrenlosen Medium Frauen tauscht und der Papst beim Kartenspiel zum Hohepriester wird. Mit Magie, Alchemie und Kabbalah, aber auch mit Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Fnord!

Dieses Sonderthema ist den treuen Viva-Britannia-Patronen auf Patreon zu verdanken, die das erste Finanzierungsziel durchbrochen haben.

Es geht um Okkultes bzw. Esoterisches. Wir beginnen in der Antike bei Pythagoras und Reinkarnation, Platon und seinem Höhlengleichnis, und schließlich Plotin und dem Neuplatonismus. Bei der gleichzeitig aufkommenden Hermetik spielte der legendäre Hermes Trismegistos eine große Rolle, sowie Magie, Astrologie und Alchemie. In der Kirche gab es höchstens kontemplative Mystik bei den Benediktinern, sonst wurden Bewegungen wie die Katharer eher unterdrückt. Zeitgleich entstanden im Judentum die Kabbalah und im Islam die Sufis.

Der Templerorden war eine Geburt der Kreuzzüge, mit der Temple Church in London als einem wichtigen Hauptquartier (heute wichtig bei der Juristenausbildung, siehe Folge 46), nahe der heutigen U-Bahn-Station Temple. Auch Berlin-Tempelhof geht auf sie zurück. Philip IV. zwang Papst Clemens V. zum Verbot der Templer u.a. unter dem Vorwand der Ketzerei.

Auf das Mittelalter folgte die Renaissance.

John Dee begründete das Trinity College Cambridge und den Begriff des britischen Empires (siehe auch Folge 39), er lehrte über Euklid, war ein Freund von Gerhard Mercator und der Hofastronom und -astrologe von Elizabeth I. Um mit Engeln zu sprechen bediente er sich dem Medium Edward Kelley; dabei “entdeckten” sie auch die henochische Sprache. Unter James I. fiel Dee in Ungnade und wurde u.a. von William Shakespeare (siehe Folge 32) als Zauberer Prospero in “Der Sturm” verewigt.

Die Freimaurer entstanden aus den ehemaligen Steinmetz-Bruderschaften und Dombauhütten (engl. lodge, dt.-franz. Loge), die wie andere Handwerkerzünfte beginnend mit Henry VIII. unterdrückt wurden. Der spirituellen Bruderschaft gehörte u.a. Friedrich der Große an. Auch unter den Unterzeichnern der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung waren viele Freimaurer. Die Freemasons’ Hall und das dazugehörige Museum kann man in der Londoner Great Queen Street besichtigen.

Demgegenüber waren die Rosenkreuzer vor allem eine Erfindung von Johann Valentin Andreae. Dennoch entstand aus der Idee u.a. der Orden der Gold- und Rosenkreuzer, der sich mit den Illuminaten von Adam Weishaupt stritt. Der Freimaurer Robert Wentworth Little gründete später die Societas Rosicruciana in Anglia (S.R.I.A.), deren Mitglieder William Wynn Westcott, William Robert Woodman und Samuel Liddell MacGregor Mathers wiederum den Hermetic Order of the Golden Dawn gründeten.  Zu dessen Mitgliedern gehörten unter anderem Arthur Edward Waite – der zusammen mit Pamela Colman Smith die Tarot-Karten gestaltete, die dann vom Rider-Verlag herausgebracht und u.a. im James-Bond-Film “Live and Let Die” mit Roger Moore verwendet wurden -, Arthur Machen, William Butler Yeats und schließlich Aleister Crowley.

Crowley und seinen Kontakt zu Aiwass verdanken wir das “Liber AL vel Legis” (Buch des Gesetzes) und die Thelema-Bewegung. Er wurde Mitglied des deutschen Ordo Templi Orientis (OTO), kannte den James-Bond-Erfinder und echten Geheimdienstler Ian Fleming, und er beeinflusste Jimmy Page von Led Zeppelin ebenso wie das Cover des Beatles-Albums “Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band” (zu beiden Bands siehe auch Folge 47). Mehr zu Crowley gibt es u.a. bei Hoaxilla.

VB055 Bits & Bobs 5

Was zu den bisherigen Folgen noch zu sagen ist

Hier wird fleißig ergänzt und gelegentlich korrigiert. Von seltenen Scheinen und überbewerteten Münzen, zeitlichem Synchronspringen und synchronen Zeitmessern, ganz einfachem und recht unverständlichem Englisch. Wo Brot kurz ist und Kekse verdauungsförderlich, wo Churchills Blut unter den Hammer kommt und Verstorbene in Bahnansagen weiterleben. Mit geschlossenen Bars, beliebten Cafés, hohen Tischen und niedrigen. Und beweisen könnt Ihr mir gar nichts!

Ergänzt und korrigiert wir hier jeweils zu den Themen der folgenden Episoden…

VB026 Maße: 100-Pfund-Noten in Schottland, Nordirland, Jersey und Gibraltar, 1.000-Pfund-Münze zum 60jährigen Thronjubiläum von Königin Elizabeth II.

VB005 Pubs / VB045 Reiseplanung: Trinkgeld (Details siehe hier), service charge, service not included, Zeitzone, Zeitumstellung (in der EU und in den USA).

VB046 Rechtliches: Das schottische Urteil not proven (mit dem berühmten Totschlag des Earls of Strathmore durch James Carnegie of Finhaven).

VB047 Popmusik: Lob für Erik Wenk!

VB048 London: Mind the gap in der Londoner U-Bahn (u.a. mit den Sprechern Peter Lodge und Oswald Laurence), die ehemalige Paramount Cocktailbar im Hochhaus Centre Point, das Regency Café, CAMRA und der Good Beer Guide (auch als App).

VB008 Essen / VB049 Essen 2: High tea, digestives (v.a. von McVitie’s), shortbread (v.a von Walkers).

VB051 Zeit: Die Präzisions-Pendeluhr von William Hamilton Shortt.

VB052 Winston Churchill: Churchills Blut wird versteigert.

VB053 Sprache: Plain English, Sir Ernest Arthur GowersPlain Words, Plain English Campaign (PEC)Cockney, Cockney rhyming slangMy Fair Lady (mit Eliza Doolittle und Professor Higgins), Michael Caine, Gary Oldman, Ben Kingsley, Amy Winehouse, Phil Collins, die Sex Pistols, der Film Lock, Stock & Two Smoking Barrels von Guy Ritchie und die Aussprache von “Southwark”.

Am Ende wird noch einmal kurz Svens Patreon-Seite erwähnt und der jmb-Verlag, wo auch das zweite Viva-Britannia-Buch erscheinen wird.

VB051 Zeit

Britische Geschichten zur Zeitmessung

Was auf die Uhren: Ganz ohne Hemmungen durch die Geschichte der Zeitmessung. Von westenglischen Kathedralen, niederländischen Pendeln und französischem Meridian-Neid. Wie ein Tischler das Längenproblem löste, die Mätressenresidenz von Heinrich VIII. zum Zentrum unserer Zeitrechnung wurde und eine Familie ein Jahrhundert lang vom Zeitverkauf lebte.

Zum Thema Zeitmessung geht es erst einmal um Elementaruhren wie ägyptische Obeliske oder Wasseruhren sowie um Ferdinand Magellan. Im Mittelalter entstanden die alten Kathedralenuhren von Salisbury (um die Ecke von Stonehenge) und Wells, möglicherweise gebaut vom Mönch John Leland. Letztere Uhr steht heute im Science Museum in London.

Die Pendeluhr wurde von Galilei Galilei erdacht, von Christiaan Huygens konzipiert, von Salomon Coster gebaut und unter anderem von John Fromanteel nachgebaut. Robert Hooke von der Royal Society hatte hierzu die Anker-Hemmung und die Unruh beizutragen, auch wenn Huygens letztere patentierte.

Das Längenproblem wurde nicht erst bei der Schiffskatastrophe von Scilly offensichtlich und führte 1714 zur Einsetzung des Board of Longitude. Die Monddistanz-Methode zur Lösung des Problems wurde u.a. von Nevil Maskelyne favorisiert, dem späteren Astronomer Royal. Demgegenüber arbeitete der Tischler John Harrison Zeit seines Lebens an der Erfindung eines seetauglichen Chronometers, wobei er nebenbei die Grashüpfer-Hemmung und das Rostpendel erfand. Gönner von Harrison waren unter anderem Edmond Halley, George Graham und König George III. Die H4 bzw. Sea Watch No. 1 brachte ihm den endgültigen Durchbruch. Larcum Kendall baute dann die offiziellen Kopien, die James Cook bzw. die HMS Bounty treu begleiteten. Die Worshipful Company of Clockmakers setze Harrison ein Grabmal, und seine Uhren sieht man vor allem im National Maritime Museum in Greenwich. Seine Geschiche erzählt Dava Sobel in ihrem Buch “Längengrad”, auch verfilmt mit Jeremy Irons und Michael Gambon.

In Greenwich stand mal der Palace of Placentia, und im dortigen Kastell brachte Heinrich VIII. seine Mätressen unter. Nach dem englischen Bürgerkrieg ließ Charles II. vieles umgestalten. Christopher Wren entwarf das Royal Observatory und im Auftrag von Mary II. das Greenwich Hospital, das später zum Royal Naval College wurde und heute teilweise die University of Greenwich beherbergt. Das alles ist UNESCO-Welterbe war Drehort für den Endkampf in Thor: The Dark World. Andere Landmarken in Greenwich ist das alte Elektrizitätswerk und das O2 (früher: The Millenium Dome).

Greenwich als Ort des Nullmeridians ist seit der International Meridian Conference 1884 festgelegt, und damit die Greenwich Mean Time (GMT) als Standardzeit, heute abgelöst durch die Universal Coordinated Time (UTC). Zur Synchronisierung seiner Uhr konnte man früher visuell ein Zeitball verwendet, wie er von Robert Wauchope erstmals in Portsmouth eingeführt wurde, oder man nutze einen Dienst wie den von Ruth Belville, die als “Greenwich Time Lady” in die Geschichte einging und in einer Folge des WDR-Zeitzeichens gewürdigt wurde.

Im Vorübergehen werden an früheren Viva-Britannia-Folgen erwähnt VB007 zur WissenschaftVB0026 zu Maßen und VB039 zur Seefahrt.

VB048 London (vor Ort)

Eindrücke von vier Tagen in der Hauptstadt

Auf an die Themse, in Flügen, Zügen und der Röhre! Von Museen mit Beutekunst, Comic-Figuren aus Walross-Zähnen, nächtlichen Parties und überraschenden Warteschlangen. Wo überall Schauspieler lauern, unzählige Biersorten locken und man sich herzhaft überfressen kann. Zu Gast in einer der gemütlichsten Großstädte der Welt, mit praktischen Tipps zum Wie und Wohin.

Sven war in London!

In Ergänzung zu Folge 45 zur allgemeinen Reiseplanung geht es zur Anreise in die Hauptstadt um den Eurostar-Zug und um die Flughäfen Heathrow, Luton, Stansted, Southend, Gatwick und City.

In der Stadt kommt man dann vor allem mit der London Underground bzw. Tube voran, samt Netzplan nach Harry Beck, gern auch mit Hilfe von Smatphone-Apps wie Citymapper, vor allem aber mit der Oyster Card, die man hier aus dem Ausland vorbestellen kann.

Untergekommen war Sven in Kensington, wo man auf der Kensington High Street fast so gut shoppen kann wie auf der Oxford Street. Neben einer Filiale von Waterstone’s findet man dort auch das Café Balans für ein ordentliches Frühstück, das einen fit macht für einen Spaziergang durch den nahen Hyde Park.

Das British Museum hat Sven mit einer der unzähligen Touren von London Walks besichtigt. Zu verdanken haben wir das Museum (ebenso wie wesentliche Teile der British Library) dem Nachlass von Hans Sloane. Hier gibt es neben der aktuellen Sonderausstellung “Germany: Memories of a Nation” (samt BBC Radio 4-Serie und Buch von Neil MacGregor) natürlich auch dauerhaft zu sehen den Stein von Rosetta (nach dem die aktuelle ESA-Kometen-Mission benannt ist), die sogenannten Elgin Marbles – Friese vom Parthenon in Athen -, assyrische Darstellungen einer königlichen Löwenjagd, den angelsächsischen Schatz von Sutton Hoo, und die norwegischen Schachfiguren aus Walross-Elfenbein, gefunden auf der schottischen Insel Lewis.

In Kensington finden sich dann auch noch das Science Museum (mit den Science Museum Lates am jeweils letzten Mittwoch im Monat), das Natural History Museum (besonders beliebt bei Familien in den Schulferien) und das Victoria & Albert Museum (zu Kunst und Design).

Den Borough Market in Southwark direkt an der Haltestelle London Bridge hat unter anderem Jamie Oliver bekannt gemacht. Hier befindet sich auf die Bar The Rake, die Freunden von internationalen Bieren ebenso viel Freude machen dürfte wie der Pub der Craft Beer Co. in Covent Garden.

Zum Essen empfohlen seien weiterhin die asiatisch angehauchten Etablissements von ITSU (verwandt mit Pret-a-manger), das indische Restaurant Roti Chai (Danke an Holgi!), und der Gastro-Pub Hereford Arms in Kensington.

Am Rande erwähnt werden dann noch die Kunstinstallation am Tower zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg, die Premiere von Interstellar u.a. mit Michael Caine und das Musical The Book of Mormon.

VB047 Popmusik (mit Erik Wenk)

Vom Skiffle bis zum Dubstep

King Crimson statt King Henry VIII.: Mit Erik Wenk geht es durch 50 Jahre britische Popmusik. Warum seit den Beatles die British Invasion nie so richtig aufgehört hat, egal ob es psychedelisch, progressiv oder punkig zugeht - bis jetzt eigentlich alles erfunden ist. Von musikalischen Meilensteinen und technischem Fortschritt, mit über 100 Musikern und einem Dutzend Anspiel-Tipps.

Den Gast dieser Sendung, Journalist und Podcaster Erik Wenk, findet Ihr auf Twitter, seiner Seite elfenbeinbungalow.de sowie bei funkUP Campusradio Potsdam. Flattrt ihn fleißig!

Zu Beginn sprechen wir ganz kurz über Folk Music und klassische Musik von der Insel, mit Heinrich VIII., Georg Friedrich Händel, Edward Elgar, Gustav Holst, Benjamin BrittenRalph Vaughan Williams und Andrew Lloyd Webber.

Das Gespräch über Popmusik beginnen wir mit US-Einflüssen wie Blues, Swing, Jazz und Rock ‘n’ Roll, z.B. mit Elvis Presley.

Die Beatmusik (nicht zu verwechseln mit der Beat Generation) entstand aus dem Skiffle, mit Band wie The Beatles, The Rolling Stones, The Who, The Kinks,  The Troggs und The Animals. Die Beatlemania (u.a. mit ihrem US-Chart-Rekord im April 1964) war der Start der British Invasion. Später erwähnt Erik auch das Beatles-Konzert von 1965 im Shea-Stadium in New York City.

Anspiel-Tipp: Beatles – A Hard Day’s Night

Neu in dieser Zeit waren das Konzept der Rockband (mit Lead-Gitarre und Rhythmus-Gitarre), die Bedeutung von Musikalben bis hin zu Konzeptalben, Lyrics (wie bei Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles), und die Verwendung von Samples, Overdubs, Gitarren-Feedbacks und rückwärts abgespielte Passagen (backward masking).

Beim Psychedelic Rock geht es um Jimi Hendrix, die Hippies, Drogen wie LSD, ungewöhnliche Instrumente wie die Sitar und den Einsatz von Synthesizern. Erwähnt werden die Beatles-Single Lucy in the Sky with Diamonds und das Album Rubber Soul sowie die Bands Pink Floyd, Cream (mit Eric Clapton), und The Pretty Things.

Anspiel-Tipp: Pink Floyd – Astronomy Domine

Zu Singer-Songwritern fallen Bob Dylan, Donovan (mit Atlantis und Universal Soldier), Paul Simon, Bruce Springsteen, Cat Stevens und Nick Drake (mit Pink Moon in einer VW-Werbung).

Anspiel-Tipp: Donovan – Catch the Wind

Beim Blues Rock werden erwähnt Fleetwood Mac (und ihr späteres Album Rumours), Alexis Korner, Jeff Beck und Rory Gallagher.

Anspiel-Tipp: Fleetwood Max – Oh well

Zum Hard Rock fallen die Led Zeppelin, Black Sabbath, Deep Purple, Queen, Judas Priest und Uriah Heep.

Anspiel-Tipp: Led Zepplin – Whole lotta love

Beim Glam Rock geht es um David Bowie (alias Ziggy Stardust), T-Rex (mit Mark Bolan), Roxy Music (mit Brian Eno, später bedeutend in der Ambient Music), wieder Queen, Elton John sowie die Amerikaner Alice Cooper und Kiss.

Anspiel-Tipp: David Bowie – Ziggy Stardust

Beim Progressive Rock (Prog) sprechen wir über die frühen Werke von Genesis, Yes, King Crimson, Emerson, Lake & Palmer, Jethro Tull, Mike Oldfield (mit Tubular Bells, unter anderem aus Der Exorzist), Pink Floyd (mit The Dark Side of the Moon und The Wall).

Anspiel-Tipp: Genesis – The Musical Box

Zu Punk Rock erwähnt Erik Iggy Pop und The Stooges, MC5, Ramones, Sex Pistols, The Clash und The Damned.

Anspiel-Tipp: Sex Pistols – God Save the Queen

Bei der New Wave of British Heavy Metal fallen Iron Maiden, Judas Priest, Motörhead und Saxon. Außerdem werden die Varianten Thrash Metal, Speed Metal und Power Metal erwähnt.

Anspiel-Tipp: Iron Maiden – Running Free

Zu Post-Punk / New Wave bzw. Gothic Rock werden erwähnt Joy Division, Wire, The Fall, The Cure, Siouxsie and the Banshees, The Police (mit Sting) und Ultravox, sowie The Smiths (mit Morrissey) als Vorläufer des Indie Rock.

Anspiel-Tipp: Joy Division – She lost control

Beim Synthie Pop fallen Depeche Mode, Visage, New Order, Talk Talk, Eurythmics, The Buggles und die Pet Shop Boys.

Anspiel-Tipp: Depeche Mode – People are People

Zur Second British Invasion werden noch erwähnt die Dire Straits und Duran Duran. Als erstes Musikvideo bei MTV lief damals Video Killed the Radio Star von The Buggles.

Über die von den USA geprägten 1980er gehen wir schnell hinweg, mit einer kurzen Erwähnung von Madonna, Prince, Michael Jackson, Hip-Hop, House und Grunge.

Dann schlägt die Stunde des Britpop mit Oasis, Blur, Radiohead, The Verve, Pulp, Suede und Supergrass.

Anspiel-Tipp: Blur – Girls and Boys

Es folgen Drum ’n’ Bass mit Breakbeats aus dem Funk, sowie Trip-Hop (alias Bristol-Sound). Erwähnt werden Massive Attack, Portishead, Underworld, Orbital, The Prodigy und The Chemical Brothers.

Anspiel-Tipp: Prodigy – Firestarter

Zum Indie Rock geht es dann um The Strokes, Franz Ferdinand, Maxïmo Park, Arctic Monkeys, The Kooks, Kaiser Chiefs, Editors und Bloc Party.

Am Ende erwähnen wir noch British Soul / Neo-Soul mit Amy Winehouse und Adele, Dubstep, die Sendung Die Musik der Nullerjahre von funkUP (bei der Erik über die Zukunft der Popmusik philosophiert) und die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London. Und damit haben wir sogar den Übergang zur nächsten Sendung…

Und hier noch einmal alle Anspiel-Tipps gesammelt:

Beat: Beatles – A Hard Day’s Night
Psychedelic Rock: Pink Floyd – Astronomy Domine
Singer-Songwriter: Donovan – Catch the Wind
Blues Rock: Fleetwood Max – Oh well
Hard Rock: Led Zepplin – Whole lotta love
Glam Rock: David Bowie – Ziggy Stardust
Progressive Rock: Genesis – The Musical Box
Punk Rock: Sex Pistols – God Save the Queen
Heavy Metal: Iron Maiden – Running Free
New Wave: Joy Division – She lost control
Synthie Pop: Depeche Mode – People are People
Britpop: Blur – Girls and Boys
Big Beat: Prodigy – Firestarter