VB075 Bier

Ale vs. Lager

Da gärt es seit Jahrtausenden, und auf die Temperatur kommt es an: Wie aus Getreide Getränke werden, und warum sich die britische und die deutsche Sicht auf Bier so grundsätzlich unterscheiden. Mit Hopfen und Malz, Porst und Gagel, Met und Sake, Russen und Indern. Wo Bräune Blässe ist, Gips den Unterschied macht und künstliche Schaumschläger bis heute verachtet werden. Prost!

In Folge 5 ging es um Pubs, in Folge 15 um Whisky, und in dieser geht es endlich um Bier.

Zur Herstellung von Bier werden erwähnt Weizen (Einkorn, Emmer, Weichweizen – alle mit viel Gluten und gut zum Backen) und Gerste (mit langen Grannen, gut zum Brauen), Malz, Maische, die Gärung, obergärige und untergärige Hefen, Bierwürze wie Grut (mit Porst, Gagel und anderen Gewürzen) und natürlich Hopfen, die Abgrenzung zu Wein, Met und Spirituosen sowie die Verwandtschaft zu Sake.

Bei der allgemeinen Geschichte des Biers sind wichtig die Sumerer, die Römer, christliche Klöster, das Grutrecht, die Hanse, Amsterdam, Flandern sowie die Oberpfalz für Lagerbier.

Typisch britische Teile der Biergeschichte sind die PiktenAle, alewives, der Assize of Bread and Aleale-connersPorterStout, Russian Imperial Stout, die Brauer und das harte Wasser von Burton-upon-Trent, das India Pale Ale (IPA) zunächst von Hodgson und später Samuel Allsopp (zur East India Company siehe Folgen 39 und 58), Pale Ale (Bitter), die Entdeckung der Burtonisierung (angeblich) durch Charles W. Vincent, die Zapfanlage von Joseph Bramah, der gewollte Aufschwung der Pubs im Kampf gegen die Volksdroge Gin (siehe Folge 5 sowie Folge 65, Stichwort William Hogarths Kupferstiche Beer Street und Gin Lane), natürliches und künstlich zugesetztes Kohlendioxid, und die Campaign for Real Ale (CAMRA) mit dem Good Beer Guide (siehe Folge 55).

Und wer ein Radler haben will, bestellt Shandy. Cheers!

7 Kommentare

  1. Schöne Folge – habe einiges gelernt!

    Für Ale-unerfahrene sollte man vielleicht noch hinzufügen, dass es in besseren Pubs überhaupt kein Problem ist, an der Bar nach einem “Taster” zu fragen. Im Gegensatz zu deutschen Bieren, die allesamt recht gut (aber auch langweilig) sind, gibt es bei Ales riesige Geschmacks- und Qualitätsunterschiede. Manche Ales sind eine Offenbarung von spannenden Hopfen-, Gewürz- oder Fruchtaromen, manche schmecken eher wie Wasser, in dem alte Sportsocken ausgekocht wurden… Also am besten erst 2-3 probieren, bevor man sich ein ganzes Pint zuführen muss!

    Den “Good Beer Guide” und CAMRA sehe ich eher kritisch. Generell ist es zwar eine gute Idee, Pubs zu empfehlen, die in Sachen Bier interessante Dinge versuchen, allerdings gibt es da auch große Unterschiede. Lokale CAMRA Gutachter empfehlen häufig ihren “Local” und gucken sich andere Pubs gar nicht an, und wenn, dann basiert das Gutachten hauptsächlich auf der Menge an Freibier, die sie bekommen. Ein Pub-Landlord hat mir erzählt, dass sich bei seiner Begutachtung 4 ältere Herren durch ca 30 kostenlose Pints und etliche Schalen Erdnüsse gearbeitet haben.

    Empfehlenswert sind übrigens auch die in England in vielen Pubs erhältlichen amerikanischen Ales. Der extrem hohe Leidensdruck (Bud Light) in Amerika hat zu sehr viel Innovation geführt.

  2. Ups, bei 10:15 und 10:25 muss es statt “obergärig” natürlich “untergärig” heißen – das sollte aus dem Sinnzusammenhang aber hoffentlich klar sein. Wieder eine Korrektur für das Manuskript… Danke, Michael!

  3. Spontan an Groot vom Film ‘Guardians of the galaxy’ denken müssen.

    Danke für die Folge!
    (Nach der DvD kruschdelnd)

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